Aktuelles zu Impfungen bei Influenza A (H1N1) - Änderung der Dosierungsempfehlung

Redaktion: Ulrike Schramm-Häder
Datum:12/14/2009 12:16:49 PM

Aktuelle Änderungen zu Impfungen bei Influenza A (H1N1)

Aufgrund der Veränderlichkeit der epidemiologischen Situation hatte die STIKO zugleich angekündigt, nach einigen Wochen die aktuelle epidemiologische Lage sowie die bisherigen Erfahrungen mit der Impfung unter Berücksichtigung aktueller Daten erneut zu bewerten und ggf. die Empfehlung anzupassen. Die aktualisierten Empfehlungen und Begründungen der STIKO zur Impfung gegen die Neue Influenza A (H1N1) sind im angehängten Bulletin veröffentlicht.

Für Thüringen impfberechtigte Ärzte sind alle Allgemeinmediziner/Praktischen Ärzte, Internisten, Arbeitsmediziner, Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Fachärzte für Öffentliches Gesundheitswesen, Fachärzte für Hygiene und Umweltmedizin, Betriebsmedizin und Ärzte anderer Fachgruppen, die das Impfzertifikat der Landesärztekammer Thüringen erworben haben.

Achtung! Änderung der Dosierung des Grippeimpfstoffes und weitere Informationen für die Impfung von Schwangeren

Die beobachtete hohe Immunogenität nach nur einer Impfung sowie die in aktuellen Studien beobachtete verstärkte Reaktogenität nach der zweiten Impfung bei Kindern (z. B. Fieber) legen gegenwärtig die Empfehlung nahe, dass bei allen Altersgruppen eine einmalige Dosis angemessen ist (Dosierungsanleitung s. Epidemiologisches Bulletin im Anhang).
Das Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (TLLV) empfiehlt ab sofort für Schwangere den Impfstoff CSL Biotherapies zu verwenden (Fach- und Gebrauchsinformation, s. Anhang).

Keine Änderung der Empfehlung zur Impfung gegen die Neue Influenza A (H1N1) in der Reihenfolge

Nach wie vor gilt die bisher vorgeschlagene zeitliche Reihenfolge und Abstufung bei der Impfung. Da es keine Einschränkung in der Verfügbarkeit des Impfstoffes gibt, können alle Bevölkerungsgruppen davon profitieren.
Die Impfung sollte in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Impfstoffe in folgender zeitlicher Reihenfolge und Abstufung erfolgen:

1. Beschäftigte in Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege mit Kontakt zu Patienten oder infektiösem Material
2. Personen ab einem Alter von sechs Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie zum Beispiel: chronische Krankheiten der Atmungsorgane,
chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Malignome, Diabetes und andere
Stoffwechselkrankheiten, neurologische und neuromuskuläre Grundkrankheiten, angeborene oder erworbene Immundefekte mit T- oder B-zellulärer Restfunktion, HIV-Infektion
3. Schwangere (vorzugsweise ab dem zweiten Trimenon) und Wöchnerinnen
4. Haushaltskontaktpersonen, die eine mögliche Infektionsquelle für ungeimpfte Risikopersonen (s. 2. und 3. und Säuglinge unter sechs Monaten) sein können
5. Alle übrigen Personen ab dem Alter von sechs Monaten bis
24 Jahren
6. alle übrigen Personen im Alter von 25 bis 59 Jahren
7. alle übrigen Personen ab 60 Jahre


Bisheriger epidemiologischer Verlauf in Deutschland

Seit Mitte Oktober 2009 steigt die Zahl der dem RKI gemeldeten Fälle von Neuer Influenza A (H1N1) schneller und früher an, als dies üblicherweise bei der saisonalen Influenza beobachtet wird. Im Rahmen der Sentinel - Surveillance der Arbeitsgemeinschaft Influenza am RKI konnte gezeigt werden, dass die Aktivität der akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE) in der 46. Kalenderwoche (KW) bundesweit, außer in den nördlichen Regionen Deutschlands, im stark erhöhten Bereich lag. Auch die Konsultationsinzidenz in primär versorgenden Praxen aufgrund von ARE stieg in allen Altersgruppen, insbesondere bei den Schulkindern an. In annähernd allen dem Nationalen Referenzlabor seit der 24. KW zugesandten Proben mit Influenzaviren konnte das Neue Influenzavirus A (H1N1) nachgewiesen werden. Somit spielt aktuell die saisonale Influenza epidemiologisch in Deutschland noch keine Rolle.

Weiterer epidemiologischer Verlauf

Über den genauen Verlauf der aktuellen ersten Welle der Pandemie in Deutschland oder möglicher weiterer Wellen in der aktuellen Saison 2009/10 lassen sich keine sicheren Voraussagen treffen. Eine epidemiologisch wirksame Steigerung der Pathogenität durch Veränderungen des Virus wurde bisher nicht beobachtet, kann aber nicht ausgeschlossen werden.


Zur fachlichen Information empfehlen wir das jetzt neu erschienene H1N1Update 2009 (Kompendium Influenza 2009) vom Springer Medizin - Verlag, zu bestellen unter:
ISBN-Nr.:978-3-642-10312-4.

Weitere Hinweise und Formulare finden Sie im folgenden:

www.thueringen.de/de/tmsfg/aktuell/42097/content.html
Info-Telefon des Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit:0361 37743099 www.kvt.de
Das Robert - Koch - Institut (RKI) für die STIKO - Empfehlung und Meldeformulare: www.rki.de
Zusätzliche Hotline-Nummer: 030 18754-4161
Informationen zur Zulassung der Impfstoffe Paul-Ehrlich-Institut: www.pei.de
Anzeige der Nebenwirkungen: PEI: www.pei.de/meldeformulare-human und
BfArM: http://www.bfarm.de -> Pharmakovigilanz -> Formulare
Bürger-Hotline des Bundesministeriums für Gesundheit, Tel.: 0800 44 00 55 0
oder 030 / 34 64 65 100
Ansprechpartner der Landesärztekammer: Ursula Liebeskind, Tel.: 03641/ 614-102


Mitteilung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut am 14.12.2009

Gebrauchsinformation CSL H1N1 PANDEMIC INFLUENZA VACCINE

Fachinformation CSL H1N1 Pandemic Influenza Vaccine