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Ärzteblatt Thüringen

Fachsprachentest

Ärztinnen und Ärzte, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen und ärztlich tätig werden wollen, müssen bei der Beantragung der Approbation nachweisen, dass sie über die für die Berufsausübung erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Das bedeutet, der Fachsprachentest ist abzulegen.

Allgemeines

Die Landesärztekammer Thüringen wird ab den 01.01.2018 den Fachsprachentest für ausländische Ärztinnen und Ärzte durchführen.

Der Verfahrensablauf: Schritte zum Fachsprachentest

1. Schritt: Anmeldung


Bei Anmeldung zum Fachsprachentest bei der Landesärztekammer Thüringen ist eine Gebühr in Höhe von 450,00 EUR zu entrichten. Dazu ist das entsprechende Gebührenformular zu verwenden. Dem Antragformular ist ein Zertifikat über die allgemeinen Deutsch-Kenntnisse, mindestens auf dem Sprachniveau B2, ein Lebenslauf und die Kopie des Reisepasses beizufügen. Die Anmeldung erfolgt immer in elektronischer Form (als PDF-Datei).

Eine persönliche Anmeldung ist nicht möglich.
Bei Erstanmeldungen kann gern ein Zeitraum angeben werden, in dem der Test nicht abgelegt werden kann.

2. Schritt: Termin zum Fachsprachentest


Die Landesärztekammer Thüringen bestätigt Ihnen den Eingang der Unterlagen. Etwa 14 Tage vor dem Termin schickt Ihnen die Landesärztekammer Thüringen die Einladung zum Fachsprachentest per E-Mail.

Hinweis: Bei Terminabsagen nach Einladung zum Fachsprachentest wird die Verwaltungsgebühr nicht zurückerstattet.

Bei Nicht-Bestehen kann der Test so oft wie erforderlich wiederholt werden. Auch in diesem Falle erfolgt eine Anmeldung bei der Landesärztekammer Thüringen. Die Verwaltungsgebühr ist jeweils erneut zu entrichten.


Der Ablauf des Fachsprachentests: 3 praxisnahe Teile

Der Fachsprachentest ist praxisnah gestaltet und findet vor einem Ausschuss statt, der aus drei Mitgliedern besteht, von denen mindestens zwei Mitglieder approbierte Ärzte sind. In dem Test werden Fachsprachenkenntnisse im berufsspezifischen Kontext orientiert am Sprachniveau C1 erwartet.
Der Test hat eine simulierte Gesprächs- und Dokumentationssituation aus dem Krankenhausalltag im Mittelpunkt und besteht aus den folgenden drei Teilen, die jeweils 20 Minuten dauern.

Ablauf

1. Teil: Arzt-Patienten-Gespräch


Es wird gegenüber einem simulierten Patienten, den ein ärztliches Mitglied des Ausschusses spielt, ein Anamnesegespräch durchgeführt. Hierbei werden Verdachtsdiagnosen formuliert und erläutert. Es werden Vorschläge zur weiteren Diagnostik und Therapie gemacht und dem Patienten die vorgesehenen Maßnahmen erklärt.
Neben dem sicheren Verstehen der Angaben des Patienten steht in diesem Teil eine für den Patienten klar verständliche Sprache unter Verwendung möglichst weniger Fremdwörter und medizinischer Fachtermini im Vordergrund.
Es dürfen schriftliche Aufzeichnungen (Notizen) gemacht werden.

2. Teil: Schriftlicher Bericht


Der Kandidat trägt die im Arzt-Patienten-Gespräch gewonnenen Informationen in einem Arztbericht zusammen. Dies soll in ganzen Sätzen erfolgen.
Die zuvor während des Arzt-Patienten-Gesprächs angefertigten Notizen dürfen genutzt werden. Ein medizinisches Wörterbuch liegt aus und darf verwendet werden.
Die Dokumentation findet in einem separaten Raum statt.

3. Teil: Arzt-Arzt-Kommunikation


Im dritten Teil werden die im Arzt-Patienten-Gespräch gewonnenen Informationen an ein ärztliches Mitglied des Ausschusses weitergegeben. Die Informationen sollen dabei prägnant – bei kompetentem Umgang mit medizinischem Fachwortschatz – dargestellt werden.
Anschließend setzen Sie das Gespräch mit dem Prüfer fort. Zum Schluss wird eine kurze Liste gebräuchlicher medizinischer Fachbegriffe ausgehändigt, wo die jeweiligen deutschsprachigen Bezeichnungen eingetragen werden müssen.
Die Mitglieder des Ausschusses nehmen die Bewertung des Tests nach einem einheitlichen, strukturierten Schema vor und teilen Ihnen das Ergebnis unmittelbar nach dem Fachsprachentest mit.