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Ärzteblatt Thüringen

QMITS (bisher ITM-Benchmarking)

Arbeitsgruppe

Fach- und Koordinationsgruppenmitglieder
Dr. med. Gerd Scheiber, FA Anästhesiologie, Ilm-Kreis-Kliniken Arnstadt-Ilmenau gGmbH, Ilmenau
Dr. med. Frank Bloos, FA Anästhesiologie, Universitätsklinikum Jena
Dr. med. Frieder Knebel, FA Anästhesiologie, Thüringen-Kliniken GmbH, Pößneck
Oliver Zentgraf, FA Anästhesiologie, Zentralklinik Bad Berka GmbH
Kooperationspartner
Dipl.-Inf. (FH) Ingo Buchholz
TakWa GmbH
Friedrich – List – Str. 36
99096 Erfurt

Inhalt

ITM – Projekt Thüringen


Dr. Scheiber

In den letzten Jahren ist die Einsicht in die Notwendigkeit einer systematischen Qualitätssicherung ständig gewachsen, da immer deutlicher wurde, wie sehr diese als ein zielgerichteter Prozeß zur Verbesserung der Patientenversorgung beitragen kann. In Anerkennung dieser Selbstverpflichtungen und Notwendigkeiten, aber auch unter dem Eindruck des bevorstehenden Wechsels im System der Krankenhausfinanzierung (DRGs) und der damit auch materiellen Bedeutung qualitativer Höchstleistung im Behandlungsprozeß hat sich vor mehreren Jahren eine interdisziplinäre Gruppe Thüringer Intensivmediziner zusammengefunden, um über ein Qualitätsmanagement in der Intensivmedizin zu beraten. Im Ergebnis dieser Beratungen entstand ein Projekt Qualitätsmanagement in der Intensivmedizin. Inzwischen ist es unter dem Dach der Landesärztekammer Thüringen eine bundesweit akzeptierte Qualitätssicherung für Intensivstationen aller Fachrichtungen in Zusammenarbeit (oder mit Unterstützung) mit der DIVI oder DGAI.

Die gepoolten Daten werden elektronisch ausgewertet und den teilnehmenden Kliniken in Form von Mittelwerten, Indizes, Trendtabellen etc. zur Verfügung gestellt. Vergleiche zwischen den ausgewerteten Daten und den einzelnen Kliniken werden nicht vorgenommen. Ein solches Benchmarking bleibt jeder Klinik selbst überlassen. Darüber hinaus stehen die eigenen Daten natürlich jedem zur hausinternen, individuellen Auswertung zur Verfügung.
Die Auswertungsergebnisse werden von der Landesärztekammer nur den teilnehmenden Kliniken bekanntgegeben, sie dürfen ohne Zustimmung der Teilnehmer nicht weitergegeben und für keinen anderen Zweck genutzt werden. Auch über die Publikation von Ergebnissen oder Teilergebnissen der Datenerfassung in Fachzeitschriften muß der Teilnehmerkreis in einem eindeutigen Votum befinden.


Ziele des Projektes

Das primäre Ergebnis ist die Bereitstellung von qualitäts- und leistungsrelevanten Daten aus den Intensivstationen Thüringens sowie deren Aufbereitung und Interpretation unter fachlichen Gesichtspunkten durch ein intensivmedizinisches Expertenteam. Es entsteht so eine Beschreibung der intensivmedizinischen Situation im Bereich der Landesärztekammer Thüringen, die den Teilnehmern als Maßstab für die Qualität ihrer eigenen Struktur und Leistung dienen kann. Wie Beispiele aus anderen Ländern zeigen, wird auf längere Sicht durch ein solches Benchmarking eine kontinuierliche Verbesserung der Struktur-, Prozeß- und Ergebnisqualität in allen Intensivbereichen resultieren.


Das Qualitätsmanagement in der Intensivmedizin ist Grundlage der Zertifizierung von Krankenhäusern. Die Landesärztekammer Thüringen als Initiator des Thüringer Projektes empfiehlt allen Krankenhäusern und Kliniken die Teilnahme an der Qualitätssicherung Intensivmedizin. Hiermit wird eine externe Qualitätssicherungsmaßnahme unabhängig von den Interessen der Politik und der Kostenträger geschaffen, die auch dann Bestand und Wert haben wird, wenn in Zeiten der DRG-finanzierten Krankenhäuser die Qualitätssicherung ein Bestandteil des Leistungsnachweises werden wird.

Presse

13.05.2014, Ursula Liebeskind

Festveranstaltung

Zehn Jahre Benchmarking in der Intensivmedizin (QMITS) der Landesärztekammer Thüringen



15.07.2013, Ursula Liebeskind

QUIT – Veranstaltung am 26. Juni 2013

  • 1. Qualitätszirkel mit dem Thema „Analgosedierung“
  • Zertifikatsübergabe im ITM-Benchmarking


Die Veranstaltung am 26. Juni 2013 innerhalb des Qualitätsnetzes Intensivmedizin Thüringen (QUT) stand ganz im Zeichen der hohen Motivation der Intensivmediziner. Das zeigte allein die Anzahl der Teilnehmer. Ärzte aus 19 Kliniken, eine niedergelassene Kollegin und ein Pfleger interessierten sich für die Analgosedierung des beatmeten Patienten. Dabei sollte der Schwerpunkt der Veranstaltung in der Diskussion „Wie gestalte ich Analgosedierung auf meiner Intensivstation?“ liegen. Zu diesem Zweck führte Herr Dr. Erhard Schäfer, Allgemeinmediziner aus Erfurt, als unabhängiger Moderator die Gesprächsrunde. Die Veranstaltung beinhaltete außerdem die Übergabe der Zertifikate an 20 Intensivstationen, die am Benchmarking der Intensivmedizin der Landesärztekammer Thüringen 2012 teilgenommen hatten.

Dr. med. Frank Bloos, Leiter von QUIT, konnte Herrn Dr. med. Weiß (Charité Berlin, Klinik für Anästhesiologie m. S. operative Intensivmedizin) für einen einleitenden Gastvortrag gewinnen. Herr Dr. Weiß arbeitet in der AG zur Analgosedierung der Charité und stellte in diesem Zusammenhang die aktuellen S3-Leitlinien zur Analgosedierung vor.

Entsprechend dem Motto „staying awake – staying alive“ ging es dabei im Wesentlichen um die Beschränkung der Sedierungstiefe auf ein Mindestmaß. Soweit medizinisch möglich sollte der sedierte Patient ansprechbar bleiben. Verschiedene ergänzende Verfahren wie täglicher Aufwachversuch und Spontanatmungsversuch wurden vorgestellt.

Die anschließende Diskussion zeigte, dass es zwischen den Kliniken erhebliche Unterschiede in Art und Grad der Umsetzung der S3-Leitlinien gibt. Ein Sedierungs-Scoring wird von vielen Teilnehmern eingesetzt. Sedierungskonzepte innerhalb einer Intensivstation (z.B. niedergelegt durch Verfahrensanweisungen) finden sich dann schon seltener. Standardisierte Verfahren wie z.B. täglicher Aufwachversuch wurden sogar nur in zwei der vertretenden Intensivstation eingesetzt. Gerade der letzte Punkt wurde dann auch kritisch beleuchtet, da Bedenken (z.B. akzidentelle Extubation, Notwendigkeit und legale Probleme der Fixierung) geäußert wurden. Die Debatte richtete sich dann schnell auf das Thema, dass die Sedierung so flach gefahren werden sollte, dass ein täglicher Aufwachversuch nicht notwendig ist. Dies bedeutet allerdings, dass der Patient auf Ansprache erweckbar sein sollte. Dies entspricht einem Zielwert auf der Richmond-Agitation-Sedation-Scale (RASS) von -1 bis -2.

Eine Sedierungstiefe auf einem solch flachen Niveau wird unter den Teilnehmern kaum umgesetzt. Daher widmete sich der weitere Gesprächsverlauf der Frage, wie eine Sedierung mit einem erweckbaren Patienten in die Praxis umgesetzt werden könnte. Neben einer kurzen Diskussion pharmakologischer Optionen (Kosten-Nutzen-Verhältnis von Dexmedetomidin) wurden dann strukturelle Voraussetzungen erörtert. Zwei Dinge wurden als zentrale Voraussetzungen genannt. 1.) Es muss ein Commitment aller Beteiligten geben, Patienten mit flacher Sedierung betreuen zu wollen. Dazu müssen die Vorteile für den Patienten klar vermittelt werden. Nur dann kann die notwendige Motivation erreicht und ein solches Projekt priorisiert werden 2.) Flache Sedierungskonzepte bedürfen einer engen Verzahnung zwischen Pflege und Ärzte, denn die Verwirklichung eines solchen Konzepts ist eine gemeinsame Aufgabe. Es ist eine engmaschige Rückkopplung dieser beiden Berufsgruppen bezüglich gewünschter und tatsächlicher Sedierungstiefe notwendig sowie der sich daraus ableitenden Maßnahmen. Scoring-Systeme sind an dieser Stelle hilfreich, um den klinischen Befund zu objektivieren.

Darüber hinaus wurden noch andere Erfolgsfaktoren genannt. Vor Einführung eines solchen Konzeptes ist ein umfassendes Training notwendig. Eine Intensivstation sollte sich auf ein einheitliches medikamentöses Sedierungskonzept festlegen. Analgesie und Delirmanagement rücken in der Betreuung flach sedierter Patienten mehr in den Vordergrund. Auch diesbezüglich müssen die Konzepte zwischen Pflegekräften und ärztlichem Personal abgesprochen sein.

Die Betreuung flach sedierter Patienten ist insbesondere seitens der Pflege aufwendig. Hier wiesen einige Diskussionspartner auf die Problematik hin, dass insbesondere nachts der Pflegeschlüssel nicht überall ausreichend sein könnte. Es muss allerdings das Ziel sein, dass Patienten nicht aufgrund mangelnder Ressourcen dauerhaft zu tief sediert werden.

Das Score-basierte Monitoring der Sedierungstiefe gehört zu den 2010 von der DIVI publizierten zehn Qualitätsindikatoren*. Die Qualitätsindikatoren werden zur Zeit überarbeitet, jedoch wird dieser Punkt auch weiterhin Bestandteil der Indikatorenliste sein. Der effektive Nutzen bei der Anwendung der Qualitätsindikatoren für den Intensivmediziner liegt in der Orientierungshilfe, die durch die Indikatoren in Hinblick auf alltägliche intensivmedizinische Kernprozesse gewährt wird. Qualitätsindikatoren sollen ein Werkzeug sein, um theoretisch wissenschaftliche Erkenntnis und alltägliche Routineprozesse in rationalen Einklang zu bringen. Die Qualitätsindikatoren sind daher auch ein Bestandteil des Peer Review Prozesses. Auch die nächsten Zirkel sollen sich dann thematisch jeweils mit einem Indikator beschäftigen. Gerne nehmen die o.g. Ansprechpartner Themenvorschläge entgegen. Der nächste Qualitätszirkel findet voraussichtlich im Oktober / November 2013 statt.


Bilder QUIT-Veranstaltung




19.04.2012, Ursula Liebeskind

Tag der Intensivmedizin in der Landesärztekammer Thüringen

  • Peer review – Einführung in Thüringen mit großen Interesse verfolgt
  • Qualitätsnetz Intensivmedizin Thüringen (QUIT) in Gründung
  • 24 Zertifikate für die Teilnahme am Projekt „Qualitätssicherung in der Intensivmedizin“ übergeben


Bei einem Treffen der Intensivmediziner Thüringens, der Arbeitsgruppe „Qualitätssicherung in der Intensivmedizin“ und bundesweiter Benchmarkteilnehmer am 17. April 2012 in Jena wurde von den Erfahrungen bei der Einführung des Peer – Review – Verfahrens in der Intensivmedizin von drei Reviewern, dem Stationsarzt und der beigezogenen examinierten Pflegekraft berichtet. Die Resonanz der Mitarbeiter dieser besuchten Intensivstation war ausnahmslos gut. Der kollegiale Dialog auf Augenhöhe, ohne Anklage und Rechtfertigungsnot im Austausch gegenseitiger Argumente gewährleistet Optimierung und nachhaltige Qualitätsverbesserung der Struktur- und Prozeßqualität in unseren Kliniken.

In Thüringen gibt es bereits mehrere geschulte Peers, die in einem regionalen Netzwerk ohne mögliche Konkurrenzsituation einsatzfähig sein sollen. In einem „Qualitätsnetz Intensivmedizin Thüringen“ (QUIT) wird für die Verbreitung des Peer – Review Gedankens, das Verfahren selbst, die Bildung eines Pools an ausgebildeten Peers, für den Erfahrungsaustausch und das Benchmarking, eine Plattform entstehen. Die Gründungssitzung findet im September statt.

Außerdem wurden Zertifikate an 24 Intensivstationen, auch aus bundesweiten Kliniken, übergeben. Damit wurde die Mitarbeit 2011 am Thüringer Benchmarkprojekt in Kliniken für Anästhesiologie und Intensivmedizin gewürdigt. Die internetbasierte Rückmeldung von Benchmarking - Ergebnissen stellt in der Intensivmedizin durch die damit gegebene Vergleichbarkeit eine höhere Stufe der Qualitätssicherung dar. Dieser Qualitätsvergleich hat den besonderen Fokus auf dem konkreten Ergebnis der Ergebnisqualität.



* Braun JP, Mende H, Bause H, Bloos F, Geldner G, Kastrup M, Kuhlen R, Markewitz A, Martin J, Quintel M, Steinmeier-Bauer K, Waydhas C, Spies C, (2010) Quality indicators in intensive care medicine: why? Use or burden for the intensivist. Ger Med Sci 8: Doc22

Termine

Übergabe Zertifikate
TerminDie Übergabe der Zertifikate: 28.09.2017 mit Qualitätszirkel

Bilder

Technische Umsetzung


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