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Ärzteblatt Thüringen

Versorgungsausgleich

Versorgungsausgleich ist der bei der Scheidung stattfindende Ausgleich der während der Ehezeit (Zeit vom Beginn des Monats, in dem die Ehe geschlossen wurde, bis zum Ende des Monats vor Zustellung des Scheidungsantrags) von den Ehepartnern erworbenen Anwartschaften und Aussichten auf eine Versorgung wegen Alters oder verminderter Erwerbsfähigkeit.

Gemäß dem Versorgungsausgleichsgesetz soll jeder Versorgungsanspruch, den ein Ehepartner während der Ehezeit erworben hat, im jeweiligen Versorgungssystem, d. h. intern zwischen beiden Eheleuten geteilt werden. Anrechte aus berufsständischen Versorgungswerken, aus der Beamtenversorgung des Bundes, der gesetzlichen Rentenversicherung und aus der betrieblichen und privaten Vorsorge sind davon betroffen.

Eine Kernfrage des neuen Gesetzes ist die interne Teilung.

Im Wege der internen Teilung aller Versorgungen im jeweiligen System entfällt die bisherige, oft fehlerhafte Verrechnung der Anrechte aus den verschiedenen Systemen.

Die Regelungen, die im Versorgungsausgleichsgesetz (VersAusglG) festgeschrieben sind, werden in der Ärzteversorgung Thüringen umgesetzt.

Der ausgleichsberechtigte Ehegatte erhält bei der internen Teilung einen eigenen Anspruch auf eine Versorgung durch die Ärzteversorgung Thüringen vom ausgleichspflichtigen Ehegatten. Dabei wird er nicht Mitglied im Versorgungswerk. Dem ausgleichsberechtigten Ehegatten wird die Hälfte der auf die Ehezeit entfallenden Anwartschaft des ausgleichspflichtigen Ehegatten zugeteilt.

Sind beide Ehegatten Mitglieder im Versorgungswerk oder anwartschaftsberechtigte (ausgeschiedene) Mitglieder, findet eine Verrechnung der auszugleichenden Anrechte statt.

Das VersAusglG eröffnet bei einer internen Teilung die Möglichkeit, den Anspruch des ausgleichsberechtigten Ehegatten auf die Altersversorgung zu beschränken. Davon wird bei der Ärzteversorgung Thüringen Gebrauch gemacht. Als Ausgleich für den Ausschluss einzelner Leistungen wird der Anspruch des ausgleichsberechtigten Ehegatten aus dem Versorgungsausgleich erhöht, indem, abhängig vom Alter des Berechtigten bei Eheende ein prozentualer Aufschlag auf die Altersrente gewährt wird. Sind wiederum beide Ehegatten Mitglieder im Versorgungswerk oder anwartschaftsberechtigte (ausgeschiedene) Mitglieder, erfolgt keine Beschränkung des Anspruchs nur auf die Altersrente.