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Ärzteblatt Thüringen

Weiterbildung außerhalb der Bundesrepublik Deutschland

In der nachfolgenden Tabelle werden die Voraussetzungen für die Anerkennung von ärztlichen Tätigkeiten im Ausland beschrieben. Zunächst ein paar allgemeine Hinweise:

  • Die Ausübung einer ärztlichen Tätigkeit in der Bundesrepublik Deutschland setzt die Erteilung einer Berufserlaubnis/Approbation voraus. Diese ist beim

    Thüringer Landesverwaltungsamt
    Weimarplatz 4
    99423 Weimar
    Tel. 0361 37900


    zu beantragen.

  • Werden eine Arbeits- und eine Aufenthaltsgenehmigung benötigt, sind diese bei den jeweils zuständigen Agenturen für Arbeit und Ausländerbehörden zu beantragen.

  • Wird die Tätigkeit in Form einer eigenen Niederlassung angestrebt, ist die

    Kassenärztliche Vereinigung Thüringen
    Zum Hospitalgraben 8
    99425 Weimar
    Tel. 03643 5590


    für die vertragsärztliche Versorgung zuständig.

  • Die Anerkennung der Tätigkeit im Ausland oder einer im Ausland erworbenen Bezeichnung (Facharztqualifikation/Teilgebietsbezeichnung/Zusatzbezeichnung) kann erst mit Bestehen der Mitgliedschaft in der Landesärztekammer Thüringen beantragt werden.

Anerkennung
Erforderliche Unterlagen
Weiterbildungszeiten im AuslandPrüfung und Feststellung der Gleichwertigkeit der Weiterbildung gemäß Thüringer Weiterbildungsordnung
(WBO 2011)
  • Antrag und Gebührenformular (Downloads)
  • Identitätsnachweis
  • beruflicher Werdegang (Lebenslauf)
  • alle erworbenen Original-Zeugnisse bzw. Beurteilungen mit Übersetzung ins Deutsche von einem amtlich in Deutschland zugelassenen Übersetzer
Weiterbildung mit abgeschlossener Facharztqualifikation innerhalb der EU, des EWR oder der Schweizerfolgt auf Grundlage der Richtlinie 2005/36/EG
  • Antrag und Gebührenformular (Downloads)
  • Identitätsnachweis
  • beruflicher Werdegang (Lebenslauf)
  • Original-Facharzturkunde und Konformitätsbescheinigung (Bestätigung nach Richtlinie 2005/36/EG) mit Übersetzung ins Deutsche von einem amtlich in Deutschland zugelassenen Übersetzer
Weiterbildung mit abgeschlossener Facharztqualifikation aus DrittstaatenPrüfung und Feststellung der Gleichwertigkeit der Weiterbildung gemäß Thüringer Weiterbildungsordnung
(WBO 2011)
  • Antrag und Gebührenformular (Downloads)
  • Identitätsnachweis
  • beruflicher Werdegang (Lebenslauf)
  • Original-Facharzturkunde und alle erworbenen Original-Zeugnisse bzw. Beurteilungen mit Übersetzung ins Deutsche von einem amtlich in Deutschland zugelassenen Übersetzer
Weiterbildung mit einer im Ausland abgeschlossenen Teilgebietsbezeichnung oder Zusatz-Weiterbildung Prüfung und Feststellung der Gleichwertigkeit der Weiterbildung gemäß Thüringer Weiterbildungsordnung
(WBO 2011)
  • Antrag und Gebührenformular (Downloads)
  • Identitätsnachweis
  • beruflicher Werdegang (Lebenslauf)
  • Original-Urkunde und alle erworbenen Original-Zeugnisse bzw. Beurteilungen mit Übersetzung ins Deutsche von einem amtlich in Deutschland zugelassenen Übersetzer


Facharztweiterbildung erfordert einen regulären Arbeitsvertrag

Vorsicht bei Hospitations-, Gastarzt- und Stipendiatentätigkeiten!

Hospitations-, Gastarzt- oder Stipendienverträge bieten ausländischen Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, sich auf freiwilliger Basis Kenntnisse anzueignen. Sollen diese Zeiten zusätzlich auf eine ärztliche Weiterbildung angerechnet werden, müssen aber mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:

Kennzeichnend für die ärztliche Weiterbildung nach der Weiterbildungsordnung (§ 4 Abs. 1 WBO) ist die praktische Anwendung ärztlicher Kenntnisse in der Patientenversorgung nach einer abgeschlossenen ärztlichen Ausbildung und zwar als hauptberufliche Tätigkeit (Teilzeit auf Antrag möglich) mit einer angemessenen Vergütung unter verantwortlicher Anleitung eines ermächtigten Weiterbildungsleiters.

Hospitationen können nicht als Weiterbildungszeit anerkannt werden. Eine Hospitation bedeutet, dass der Arzt „zuschaut“. Meist liegt keine Berufserlaubnis vor. Eine eigene Behandlung des Patienten ist damit ausgeschlossen. Sollte der Arzt entgegen dem Vertragstext (mit Berufserlaubnis) regelmäßig in der Patientenversorgung eingesetzt worden sein, so kann er eine angemessene Entlohnung seiner Tätigkeit auch im Nachhinein gerichtlich geltend machen. Im Regelfall kann es sich dann aber trotzdem nicht um eine geregelte Weiterbildung handeln.

Gastärzte bzw. Stipendiaten werden immer mit einer Berufserlaubnis oder einer Approbation tätig.

Bei Gastarzt- bzw. Stipendiatenverträgen ist eine Anrechnung auf die Weiterbildung grundsätzlich möglich, jedoch muss im Vertrag der Zweck der ärztlichen Weiterbildung ausdrücklich niedergelegt sein und die Tätigkeit muss angemessen vergütet werden.
Die Voraussetzung angemessener Vergütung ergibt sich aus § 4 Abs. 1 Satz 3 der Weiterbildungsordnung in Verbindung mit § 19 Abs. 3 der Berufsordnung der Landesärztekammer Thüringen. Eine Bezahlung, die in der Summe (z.B. Stipendium zuzüglich Gehalt der Klinik) wesentlich unter dem für das Krankenhaus geltenden Tarif für Assistenzärzte liegt, ist nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung sittenwidrig und begründet eventuell Schadensersatzansprüche. Eine Anerkennung als Weiterbildungszeit kann in einem solchen Fall nicht erfolgen!

Die zuständigen Weiterbildungsermächtigten haben ihrerseits gegenüber den Kollegen eine gesteigerte Fürsorgepflicht. Kennt und duldet der zuständige Weiterbildungsleiter eine sittenwidrig niedrige Vergütung des Gastarztes/Stipendiaten, kann ihm im Einzelfall die Ermächtigung zur Weiterbildung entzogen werden. Dasselbe gilt auch für die Zulassung der betreffenden Einrichtung als Weiterbildungsstätte.

Vor Entscheidung über die Anerkennung als Weiterbildungszeit prüft die Landesärztekammer Thüringen immer zunächst die vertraglichen Regelungen zur Weiterbildung im Einzelfall. Ausländische Kollegen sollten sich daher bereits bei Beginn ihrer Tätigkeit in Thüringen durch die zuständigen Mitarbeiter beraten lassen.

Ansprechpartner bei entsprechenden Fragen sind Frau Dr. med. A. Braunsdorf (03641 614-120) und Frau Ass. jur. D. Weber (03641 614-126).