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Ärzteblatt Thüringen

Strahlenschutz nach Strahlenschutzverordnung

Neuregelungen zum Erwerb der Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz nach der Strahlenschutzverordnung

Am 01.11.2011 ist die überarbeitete Richtlinie zur Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen (Strahlenschutzverordnung) in Kraft getreten. Somit gelten für Ärztinnen und Ärzte, die mit der Sachkundeausbildung nach dem 01.11.2011 begonnen haben, neue Anforderungen. Wer vor Inkrafttreten der novellierten Richtlinie mit dem Erwerb der Sachkunde auf einem Anwendungsgebiet begonnen hat, kann diesen Erwerb nach den bis dahin geltenden Regelungen beenden.

Kenntnisse im Strahlenschutz für Ärztinnen und Ärzte

Ärztinnen und Ärzte, die nicht über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügen, können nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes radioaktive Stoffe oder ionisierender Strahlung am Menschen anwenden, wenn sie in ihrem speziellen Arbeitsgebiet über die für den Umgang und die Anwendung erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen. Die Kenntnisse im Strahlenschutz werden durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Grundkurs im Strahlenschutz nach Anlage A 3 Nr. 1.1 und zusätzlichem Erwerb praktischer Kenntnisse (4 Stunden) auf speziellen Anwendungsgebieten erworben. Diese Kenntnisse sollen unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Arbeitsbedingungen und der technischen Geräteausstattung vermittelt werden. Sie können mittels einer arbeitsplatzbezogenen Einweisung durch eine von diesem beauftragte geeignete Person durchgeführt werden. Die Zeit dieser Tätigkeit kann - im Rahmen des Erwerbs der erforderlichen Fachkunde – gegebenenfalls als Erwerb der Sachkunde anerkannt werden.

Ein Arzt, der lediglich über die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz verfügt, darf keine rechtfertigende Indikation feststellen. Diese ist dem Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz vorbehalten.

Fachkunde im Strahlenschutz

Die für die jeweilige Tätigkeit erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besteht aus dem in der Ausbildung erworbenen theoretischen Wissen, der praktischen Erfahrung (Sachkunde) sowie der erfolgreichen Teilnahme an Kursen im Strahlenschutz.

Der Erwerb der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz ist in Anlage A 1 dargelegt und es muss grundsätzlich bei der Ärztekammer ein Fachkundegespräch durchgeführt werden.

Das Fachgespräch erfolgt zeitlich unabhängig von einer Prüfung nach der jeweiligen medizinischen Weiterbildungsordnung (Facharztprüfung) und hat alle für den Strahlenschutz erforderlichen Inhalte (insbesondere rechtfertigende Indikation, besondere medizinische Aspekte bei der Durchführung, Schutz von Personal und Umwelt etc.) zum Gegenstand. Eine Wiederholung des Fachgesprächs soll nicht vor Ablauf von drei Monaten erfolgen.

Bei Erweiterung einer bestehenden Fachkunde im Strahlenschutz auf ein weiteres Anwendungsgebiet ist ggf. ein Fachgespräch durchzuführen.

Sachkunde

Zukünftig ist dem Sachkundeerwerb der Erwerb der erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz, eine Einweisung am Arbeitsplatz und einen Unterweisung zu Beginn der Tätigkeit in Strahlenschutzbereichen (nach Anlage A 8) vorgeschaltet. Die Sachkundeausbildung erfolgt in der Regel ohne zeitliche Unterbrechung und sollte bei Vollzeitbeschäftigung nicht mehr als doppelt so lang wie die angegeben Sachkundezeit sein.

Die Sachkunde wird unter Anleitung, ständiger Aufsicht und Verantwortung eines Arztes, der auf dem betreffenden Anwendungsgebiet die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzt, und durch den Nachweis einer ausreichenden Anzahl dokumentierter Anwendungen/Untersuchungen und Zeiten erworben. Zur Erreichung der geforderten Anzahl dokumentierter Untersuchungen und Behandlungen sind die drei Elemente der Anwendung von radioaktiven Stoffen und ionisierender Strahlung (Stellung der rechtfertigenden Indikation, technische Mitwirkung und Befundung bei Untersuchungen, Überprüfung des Behandlungserfolges bei Behandlungen) in angemessener Gewichtung zu berücksichtigen.

Wird die Fachkunde im Strahlenschutz auf mehreren Anwendungsgebieten nacheinander erworben, können Sachkundezeiten angerechnet werden, die jeweiligen Richtzahlen sind jedoch vollständig nachzuweisen.

Kurse im Strahlenschutz

Zum Erwerb der Fachkunde sind die Kurse im Strahlenschutz nach Anlage 3 (Grundkurs und Spezialkurs(e)) erfolgreich abzuschließen. Voraussetzung für die Teilnahme an den Spezialkursen ist der Nachweis des Grundkurses. Bei Beantragung der Fachkunde darf der letzte Strahlenschutzkurs nicht länger als fünf Jahre zurückliegen.

Anerkennung von außerhalb Deutschlands absolvierten Kursen und Sachkunden

Die Ärztekammer kann außerhalb Deutschlands absolvierte Kurse anerkennen, sofern die dem Anwendungsgebiet entsprechenden Lehrinhalte nach Anlage A 3 der Richtlinie abgedeckt sind und zusätzlich nachgewiesen wird, dass ausreichendes Wissen über die deutsche Strahlenschutzgesetzgebung vorhanden ist. Dies kann z. B. durch die erfolgreiche Teilnahme am Teil Rechtsvorschriften in Strahlenschutzkursen nach Anlage A 3 oder durch eine erfolgreiche Prüfung bei der Ärztekammer erfolgen. Die Ärztekammer kann außerhalb Deutschlands bescheinigte Sachkundezeiten anerkennen, sofern die Bescheinigung den inhaltlichen Anforderungen der Anlage 5 entspricht.

Übergangsregelungen

Wer vor einer Änderung von Richtlinieninhalten zum Fachkundeerwerb mit dem Erwerb der Sachkunde auf einem Anwendungsgebiet begonnen hat, kann diesen Erwerb nach den bis dahin geltenden Regelungen beenden.


Strahlenschutzkursveranstalter
Strahlenschutzseminar in
Thüringen e. V. 
Gustav-Kirchhoff-Str. 2
98693 Ilmenau
Tel.:
Fax:
03677 691340
03677 691347 
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Antragsformular FK Strahlenschutz Nuklearmedizin (offene Stoffe).pdf132 kB
Antragsformular FK Strahlenschutz Strahlentherapie (umschlossene Stoffe).pdf164 kB