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Ärzteblatt Thüringen

Ärztliche Gutachtenerstellung in der Fahreignungsbegutachtung mit neuen Anforderungen - Fortbildung „Alkohol und Betäubungsmittel“ am 27. März 2015

Ärztliche Gutachtenerstellung in der Fahreignungsbegutachtung mit neuen Anforderungen

Fortbildung „Alkohol und Betäubungsmittel“ am 27. März 2015

Wer wegen Fahrens unter Alkohol- oder Rauschmitteleinfluss auffällig geworden ist, wendet sich für einen forensisch verwertbaren Beweis seiner Abstinenz oder der Änderung seines Trinkverhaltens an Ärztinnen und Ärzte, die nach Durchführung von Probensicherungen und entsprechender Laboruntersuchung ein Gutachten abgeben. Damit das Ergebnis vor Gericht oder von einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle anerkannt wird, muss das gesamte Verfahren zu seiner Erstellung nach Anlage 15 Punkt 1 c der Fahrerlaubnisverordnung den anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen entsprechen.

Die seit 1. Mai 2014 geltenden verbindlichen Voraussetzungen bezüglich der Qualifikation des Gutachters, aber auch die Anforderungen an die Planung eines Screening- Programms, die Probenentnahme, die Analytik und die Befundmitteilung, werden in der 3. Auflage des Fachwerkes „Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung – Beurteilungskriterien“, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie (DGVP) und der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin (DGVM), ausführlich beschrieben.

Die Fachgesellschaften haben eindringlich darauf hingewiesen, dass die persönliche Eignung des durchführenden Arztes von wesentlicher Bedeutung für die Praxis ist. Damit ergeben sich an Kontrollprogramme durchführende Ärzte konkrete Anforderungen:

1. Regelmäßige einschlägige Weiterbildung
2. Dokumentiertes und regelmäßig überprüftes System zur Qualitätssicherung
3. Fortbildung bzgl. Probenentnahme und Drogenanalytik für forensische Zwecke

Punkt 1 und 2 waren auch in früheren Fassungen der CTU-Kriterien zwingende Voraussetzungen zur Durchführung von Abstinenznachweisen. Der Punkt 3 hingegen ist neu. Dies bedeutet praktisch, dass Abstinenznachweise ab dem 1. Mai 2014 von den Begutachtungsstellen für Fahreignung nur noch anerkannt werden, wenn der Kontrollprogramme durchführende Arzt eine entsprechende Qualifikation nachweisen kann. „Altfälle“ können noch nach den bisherigen Reglungen fortgeführt werden.

Nach einer Mitteilung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur vom Mai 2014 kann die Durchführung eines MPU-Abstinenzprogrammes bzw. die Probenentnahme verantwortlich durchgeführt werden durch die in der Anlage 4a Fahreignungsverordnung (FeV) aufgeführten Personen:

  • Fachärzte mit verkehrsmedizinischer Qualifikation, die nicht zugleich der den Betroffenen behandelnde Arzt sein dürfen
  • Ärzte des Gesundheitsamtes oder andere Ärzte der öffentlichen Verwaltung
  • Ärzte mit der Gebietsbezeichnung „Facharzt für Rechtsmedizin“
  • Ärzte mit der Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder der Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“
  • Ärzte in einer Begutachtungsstelle für Fahreignung
  • Ärzte/Toxikologen in einem für forensisch/toxikologische Zwecke akkreditierten Labor

Diese Ärzte benötigen keine weitere förmliche Qualifikation, müssen aber ihre Kenntnisse selbstverständlich im notwendigen Umfang regelmäßig aktualisieren. Link zur Fahrerlaubnisverordnung: http://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/

Die Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung der Landesärztekammer Thüringen bietet aktuell die Möglichkeit der Teilnahme an einer Fortbildung rund um alle Fragestellungen der Thematik im Rahmen eines Curriculums nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie und der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin an. Diese findet am 27. März 2015 in den Räumlichkeiten der Landesärztekammer Thüringen statt.

Informationen und Anmeldungen unter:
Landesärztekammer Thüringen
Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung
Tel. 03641-614143 Fax 03641-614149
Mail: Frau Schneider


weiterführende Inhalte im Bereich Ärztliche Gutachtenerstellung in der Fahreignungsbegutachtung mit neuen Anforderungen - Fortbildung „Alkohol und Betäubungsmittel“ am 27. März 2015