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Ärzteblatt Thüringen

Attest schon ab dem ersten Krankheitstag?

Am 14.09.2011 hatte das Landesarbeitsgericht Köln über die Frage zu entscheiden, ob der Arbeitgeber ohne Begründung eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arbeitnehmer schon ab dem ersten Tag verlangen kann.

Grundsätzlich gilt, dass ein Arbeitnehmer spätestens nach drei Kalendertagen eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen muss (§ 5 Abs. 1 Satz 2 Entgeltfortzahlungsgesetz). Gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3 EFZG ist der Arbeitgeber jedoch berechtigt, die Vorlage schon früher zu verlangen. Dabei ist es unter den Juristen bisher umstritten gewesen, ob der Arbeitgeber dafür einen besonderen Grund braucht.

Das Landesarbeitsgericht hat dem Streit nun ein Ende bereitet und entschieden, dass der Arbeitgeber auch ohne Grund und Anlass schon ab dem ersten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verlangen kann. Das Gericht urteilte: „Die Aufforderung des Arbeitgebers nach § 5 Abs. 1 EFZG bedarf weder einer Begründung noch eines Sachverhalts, der Anlass für ein rechtsmissbräuchliches Verhalten des Arbeitnehmers gibt.“

Ohne das ausdrückliche Verlangen des Arbeitgebers bleibt es jedoch dabei, dass der Arbeitnehmer das Attest erst am vierten Arbeitstag vorlegen muss.

LAG Köln, Urteil vom 14.09.2011, Az.: 3 Sa 597/11