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Ärzteblatt Thüringen

Delegation ärztlicher Tätigkeiten an nichtärztliches Personal

Redaktion: Dr. Ulrike Schramm-Häder
Datum: 03/05/2007

Landesärztekammer sieht Einsatz von Anästhesieassistenten kritisch –Delegation originär ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal Sicherheitsrisiko für Patienten

Die Kammerversammlung der Landesärztekammer Thüringen, das Parlament der Thüringer Ärzteschaft, hat am Wochenende zum Problem der Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal folgende Entschließung gefaßt:


Entschließung der Kammerversammlung zur Delegation ärztlicher Tätigkeiten an nichtärztliches Personal

Die Landesärztekammer Thüringen sieht mit großer Skepsis und Besorgnis, daß in einigen Krankenhäusern im Kammerbereich inzwischen vermehrt ärztliche Tätigkeiten an nicht ärztliches Personal delegiert werden. Dies geschieht, insbesondere im Falle von Anästhesieassistenten (MAfA), im völligen Gegensatz zu den einschlägigen Empfehlungen der Fachgesellschaften, aber auch entgegen der Entschließung des Deutschen Ärztetages im Jahre 2005.

Die ungeregelte Übertragung originärer ärztlicher Aufgaben an nichtärztliches Assistenzpersonal führt zu unkalkulierbaren Sicherheitsrisiken für die Patienten und gleichermaßen zur Minderung des fachärztlichen Leistungsstandards sowie zu mangelnder Achtung vor dem ärztlichen Beruf. Darüber hinaus ist abzusehen, daß der routinemäßige Einsatz nichtärztlichen Personals zu einer Verschlechterung des Weiterbildungsniveaus und zur Einschränkung der Weiterbildungsmöglichkeiten in den Fachgebieten führen wird.


Die rechtlichen Grundlagen bei einer derartigen umfassenden Delegation ärztlicher Tätigkeiten an nichtärztliches Personal sind ungeklärt und die daran Beteiligten sind somit einem hohen Haftungsrisiko ausgesetzt. Daher hält die Landesärztekammer Thüringen es für nicht vereinbar mit dem ärztlichen Berufsethos, wenn Kollegen in leitender Position weisungsgebundene Ärzte und Pflegekräfte anweisen, sich an solchen Arbeitsmodellen aktiv zu beteiligen.

Die Landesärztekammer Thüringen fordert ihre Kammermitglieder auf, im Hinblick auf die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten durch Pflege- oder Assistenzpersonal und die Festlegung der Kompetenzbereiche von Hilfspersonen, unbedingt die Empfehlungen der zuständigen Fachgesellschaften einzuhalten.


Reaktion der Helios Kliniken GmbH:

Die Helios Kliniken GmbH haben am 9. März 2007 an Ärztekammer und Fachgesellschaften bekanntgegeben, daß sie den Bedenken in vollem Umfang Rechnung tragen, indem die Ärzte durch eine Konzernregelung noch einmal angeleitet worden sind, daß sie den MAfA innerhalb des durch den Berufsverband Deutscher Anästhesisten und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin vorgegebenen Rahmens einsetzen und nicht darüber hinaus.

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