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Ärzteblatt Thüringen

Faltblatt Kindesmißhandlung

Die Sorgen um Gewalt gegen Kinder werden oft länger vor sich hergeschoben, ehe der Entschluß gefaßt wird, über das Wissen von Vernachlässigung, Mißhandlung oder sexuellem Mißbrauch von Kindern in unmittelbarer Nähe oder dem weiteren Umfeld zu sprechen.


Nutzen Sie die Gelegenheit, sich Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vertrauensvoll mitzuteilen. Ihrer und seiner Schweigepflicht können Sie gewiß sein. Ihre Ärztin/Arzt weiß, wie schwer es ist, solche Probleme zu formulieren und auszusprechen. In jedem Fall aber haben Sie damit einen wichtigen Schritt getan, um auch Erleichterung und Hilfe für betroffene Kinder finden zu können, denn Kinder sind abhängig, können sich schlecht wehren, verstehen vieles noch nicht und sind völlig ausgeliefert.

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt werden Ihnen bestätigen: “Darüber sollten wir sprechen”.

Was ist gemeint?

Zeichen von Gewalt können sein:

  • Deutliche Verhaltensveränderungen (Einnässen, Herumtreiben, Schule schwänzen, aggressives oder ausweichendes Verhalten, Meiden von bestimmten Orten oder Personen u. v. a. m.)
  • Häufige Verletzungen (blaue Flecken, Schorfe, Knochenbrüche, Brandwunden, Schmerzen im Bauch und “unten herum”)
  • Deutliche Abmagerung
  • Deutliche Vernachlässigung der Kleidung und des Körpers

Denken Sie daran!

Gewalt gegen Kinder gibt es überall:
  • Zu Hause
  • Bei Verwandten
  • In der Schule oder auf dem Schulweg
  • In der Sportgruppe
  • Im Kindergarten
  • Und überall da, wo wir gar nicht daran denken!

Gewalt gegen Kinder wird von allen Personengruppen ausgeübt:
  • Eltern oder Partner
  • Verwandten
  • Mitschülern und Lehrern
  • “Straßenbekanntschaften”
  • “Vertrauenspersonen” (Sporttrainer, Erzieher, med. Personal), u. a.
Gewalt gegen Kinder passiert selten nur einmal, meistens öfter und wird oft immer schlimmer.
Gewalt gegen Kinder schadet dem Kind oft ein Leben lang. Jährlich müssen Kinder an deren Folgen sterben.

Wir stellen uns vor!

Im Mai 1995 gründete sich bei der Landesärztekammer Thüringen (LÄK) unsere interdisziplinäre Arbeitsgruppe “Gewalt gegen Kinder”.


Wir sind ein Kreis von Fachleuten, die in der täglichen Arbeit mit Gewalt, Vernachlässigung oder sexuellem Mißbrauch gegen Kinder befaßt sind. Deshalb wollen wir dazu beitragen, die Wachsamkeit zu schärfen, über Maßnahmen nachzudenken, mit denen Kindesmißhandlung in jeglicher Form erkannt und in der Folge verhindert werden kann. Dabei wenden wir uns besonders an all diejenigen Personen und Institutionen, die nahezu täglich Umgang mit Kindern pflegen.

Faltblatterarbeitung durch folgende Mitglieder:

  • Dr. med. Bernhard Blochmann; FA f. Neurologie u. Psychiatrie, FA f. Kinder- u. Jugendpsychiatrie u.- psychotherapie
  • PD Dr. med. Roland Eulitz; FA f. Kinderheil-kunde; FA f. Kinder- u. Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
  • Dr. med. Birkhild Giebe; FÄ f. Rechtsmedizin
  • Dr. med. Bernd Lutter; FA f. Kinder- u. Jugendpsychiatrie und- psychotherapie
  • Dipl.-Psych. Dr. paed. Elke Pfeifer; Psychologische Psychotherapeutin
  • Ina Schairer; FÄ f. Kinderheilkunde; FÄ f. Kinder- u. Jugendpsychiatrie u.- psychotherapie
  • Dipl.-Med. Ingrid Schlonski; FÄ f. Kinderheilkunde
  • Dr. med. Gerlinde Schulz; FÄ f. Psycho-therapeutische Medizin / Psychoanalyse
  • Dr. med. Chr. Becker; Ärztl. Geschäftsführerin der Landesärztekammer Thüringen

Wo finde ich Unterstützung?

Ihr Arzt hilft Ihnen gern weiter !!!


Sie können sich auch an regionale Hilfs- und Beratungseinrichtungen wenden:

  • Erziehungs-, Familien- und Jugendberatungsstellen
  • Jugendämter
  • Kinder- und Jugendschutzdienste
  • Gesundheitsämter
  • Jugendärztliche Dienste
  • Sorgentelefone

Die Anschriften dieser Kontaktstellen teilt Ihnen Ihr Arzt gern mit !!!

Weitere Informationen finden Sie unter der Arbeitsgruppe "Gewalt gegen Kinder"
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Faltblatt Kindesmisshandlung.pdf156 kB