Sie befinden sich:
Kontakt
Landesärztekammer Thüringen
Im Semmicht 33
07751 Jena
+49 (0)3641 614-0
+49 (0)3641 614-169
Kontakt
Medizinische Fortbildungstage
http://medizinische-fortbildungstage.org" title="Link zu: Medizinische Fortbildungstage" target="_blank">
Seitenfunktionen
Link markieren und mit ''Strg+C'' in die Zwischenablage kopieren.
Ärzteblatt Thüringen

Helfer in der Not

Immer wieder stellt sich die Frage, wie ein im Notfall Hilfe leistender Arzt eigentlich abgesichert ist. Wer zahlt, wenn Ärzte bei der ersten Hilfe zu Schaden kommen?

Grundsätzlich sind Ärzte, die ihren Berufspflichten folgen und in Notfällen außerhalb der regulären beruflichen Tätigkeit ärztliche Hilfe leisten, als "Nothelfer" über die gesetzliche Unfallversicherung versichert.

Ein solcher Fall kam kürzlich sogar vor dem Bundessozialgericht zur Verhandlung. Im konkreten Fall war der Kläger, ein Orthopäde mit Zusatzweiterbildung Notfallmedizin, nachts durch lautes Geschrei wach geworden. Er stand auf und bot kurz darauf eintreffenden Rettungssanitätern seine Hilfe für eine leblos am Boden liegende Person an. In der Folge wurde er von zwei Unbekannten angerempelt und niedergeschlagen.

Als freiwilliges Mitglied der Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienst meldete der Orthopäde dort den Vorfall als Arbeitsunfall an. Versichert war er bei der BG als niedergelassener Orthopädie. Diese wollte aber nicht zahlen, da die Verletzungen nicht im Zusammenhang mit der Tätigkeit als Orthopäde standen und verwies auf die Unfallkasse Sachsen. Mit Recht- wie jetzt das BSG urteilte: Entscheidend ist, für welche Tätigkeit der Arzt bei der BG versichert ist. Der Vorrang der Berufsgenossenschaft hätte nur gegriffen, wenn die Tätigkeit als Notarzt dort auch gemeldet gewesen sei.

Außerdem stellten die Richter fest, dass der Arzt durch seine gefahrenabwehrende Tätigkeit den "Versicherungstatbestand der Hilfe in Notlagen" erfüllt habe, wodurch er als Retter im Einsatz automatisch von der Unfallkasse versichert ist.

Urteil Bundessozialgericht vom 18.09.2012, Az.: B 2 U 20/11 R