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Ärzteblatt Thüringen

Kassen sparen sich gesund

Redaktion: Ulrike Schramm-Häder
Datum: 09/05/2007 11:09:45 AM


Kassen sparen sich gesund - auf Kosten der Patienten

Statement von Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe
Präsident der Bundesärztekammer

Das aktuelle Finanzergebnis der gesetzlichen Krankenversicherung ist kein
Grund zum Jubeln. Weder sind die Mehreinnahmen infolge der wirtschaftlichen
Entwicklung ein Erfolg der Gesundheitspolitik noch kann man die
fortgesetzte Dauerbudgetierung als erfolgreiche Konsolidierung
betrachten. Fakt ist: Die Krankenkassen sparen sich gesund auf Kosten der
Patienten.

Nach wie vor subventionieren die niedergelassenen Ärzte die ambulante
Versorgung durch kostenlose Mehrarbeit in Milliardenhöhe; ein Drittel der
Arbeit wird nicht bezahlt. Da klingt es schon wie Hohn, wenn aus dem
Bundesgesundheitsministerium behauptet wird, ein Zuwachs von drei Prozent
sei eine erhebliche Verbesserung der Honorarsituation der Ärzte.






Unverständlich bleibt auch das Beharren der Politiker auf eine Zwangsabgabe
der Krankenhäuser von 280 Millionen Euro in diesem Jahr trotz der höchst
angespannten Situation im stationären Sektor. Dabei erwartet das
Ministerium zum Jahresende ein Einnahmeplus der Kassen von über 1,6
Milliarden Euro. Die ausschließlich auf die Kassenbeiträge fixierte
Gesundheitspolitik widerspricht völlig den medizinischen
Versorgungsnotwendigkeiten. Die Zahl der Patienten, die um Hilfe
nachsuchen, steigt stetig an: sowohl im ambulanten als auch stationären
Versorgungsbereich. Die notwendigen Ressourcen aber werden begrenzt oder
sogar abgebaut. Die sogenannte Kostenoptimierung im Gesundheitswesen ist
nichts anderes als ein Euphemismus für die Rationierung der
Patientenversorgung.

Berlin, 4. September 2007