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Ärzteblatt Thüringen

Keine Haftung des Arztes, der eine ambulante OP kurzfristig absagt, weil der Patient die häusliche Nachbetreuung nicht gewährleisten kann

In einer Klinik wurde auf den Wunsch des Tumorpatienten hin ein Termin für eine ambulante Operation vereinbart. Schon im Vorfeld wurde der Patient aufgeklärt, dass eine ambulante Behandlung nur möglich ist, wenn er zu Hause nachbetreut wird.

Am OP-Tag fragte die Mitarbeiterin an der Anmeldung, wer der Notfallkontakt des Patienten sei. Der Patient gab an, keinen Notfallkontakt zu haben, denn mit seiner Frau rede er zurzeit nicht. Die Mitarbeiterin nahm Rücksprache mit dem Arzt, der daraufhin die ambulante Operation verweigerte und eine stationäre Behandlung anbot. Der Patient lehnte dies ab und verließ die Klinik. Einige Tage später verlangte er von dem Arzt die Zahlung von 1.200 Euro Verdienstausfall, schließlich sei ein Termin für die ambulante OP vereinbart und dieser nicht eingehalten worden.

Das Amtsgericht München wies die Klage ab und gab dem Arzt Recht. Dem Arzt sei es nicht zumutbar gewesen, an der ambulanten Operation festzuhalten. In Anbetracht der Gefahren, die sich nach der OP ergeben können, müsse der Arzt sicher gehen können, dass eine Betreuung zuhause gewährleistet sei. Dies gelte umso mehr, wenn – wie hier – eine Anästhesie vorgenommen wird.

AG München, Urteil vom 21.07.2011, Az.: 275 C 9085/11