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Ärzteblatt Thüringen

Krankenhaushygiene

Qualifikation Krankenhaushygieniker – Neue Antwort auf Zunahme nosokomialer Infektionen und Resistenzen
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Allgemeine Informationen

Die in den letzten Jahren in verschiedenen Abteilungen mehrerer Kliniken und Krankenhäuser der Bundesrepublik Deutschland zum Teil wiederholt aufgetretenen Infektionen und die alarmierenden Daten bezüglich septischer Komplikationen und Verläufe haben dazu geführt, die Probleme der Hygiene und des Infektionsschutzes im Gesundheitswesen kritisch zu analysieren und daraus Maßnahmen einer künftigen Verbesserung der Situation abzuleiten. Dazu gehört auch die Qualifikation von Krankenhaushygienikern und deren Einsatz im stationären Bereich.

Die Bundesärztekammer hat mit der strukturierten curricularen Fortbildung „Krankenhaushygiene“ einschließlich der Rahmenbedingungen eine Lösung geschaffen, um den durch die Novellierung des Infektionsschutzgesetzes zusätzlich entstandenen Bedarf an Krankenhaushygienikern fristgerecht decken zu können.

Mit der am 26. Juli 2012 veröffentlichten Thüringer medizinischen Hygieneverordnung –ThürmedHygVO – wurden auch für Thüringen die fachlichen Anforderungen an den Krankenhaushygieniker definiert. Fachärzte für Hygiene und Umweltmedizin oder Fachärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie verfügen über die Qualifikation. Weiterhin besteht die Möglichkeit, daß Fachärzte durch das erfolgreiche Absolvieren einer durch die Landesärztekammer anerkannten strukturierten curricularen Fortbildung zum Krankenhaushygieniker die Qualifikation erwerben.

Profil der Qualifikation

Der Vorstand der Landesärztekammer Thüringen hat in seiner Sitzung am 12. Dezember 2012 die Inhalte und Rahmenbedingungen der Strukturierten curricularen Fortbildung Krankenhaushygiene beschlossen und damit die von der Bundesärztekammer entwickelte Qualifikation „Krankenhaushygieniker“ über den Weg der Fortbildung für Thüringen übernommen.

Diese Form der Qualifikation stellt eine befristete Übergangslösung dar, denn es ist das Ziel, in den kommenden Jahren die Strukturen im Bereich der Krankenhaushygiene (dazu gehören z. B. ausreichend Lehrstühle und der Ausbau von Instituten) so zu fördern, daß die Aufgaben des Krankenhaushygienikers künftig durch ausreichend verfügbare und in Krankenhaushygiene qualifizierte Fachärzte für Hygiene und Umweltmedizin sowie für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie wahrgenommen werden können.

Das Zertifikat „Krankenhaushygieniker“ wird durch die Landesärztekammer Thüringen ausgestellt, wenn der 200-h-Kurs zur strukturierten curricularen Fortbildung Krankenhaushygiene nach den Vorgaben der Bundesärztekammer absolviert und die ergänzenden Rahmenbedingungen erfolgreich nachgewiesen werden. Danach ist es dem Fortgebildeten möglich, die von der beim Robert-Koch-Institut etablierten Kommission Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beschriebenen Aufgaben eines Krankhaushygienikers zu übernehmen.

Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Qualifikation sind eine abgeschlossene Weiterbildung zum Facharzt (diese Qualifikation muß einen Patientenbezug haben) oder eine abgeschlossene Weiterbildung zum Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen zu Beginn der Fortbildungszeit und die Qualifikation „Hygienebeauftragter Arzt“, die dem Modul 1 des Curriculum Krankenhaushygiene (40 Stunden) entspricht.

Die Qualifikation umfaßt einen Zeitraum von zwei Jahren. Während dieser Zeit sind die Module II bis VI (je 32 Stunden) des Curriculums zu absolvieren und die Tätigkeit als hygienebeauftragter Arzt für 24 Monate auszuüben. Zu weiteren Anforderungen zählen die Teilnahme an Fallkonferenzen mit einem qualifizierten Supervisor und Hospitationen. Abbildung 1 zeigt eine Übersicht über die Anforderungen zur Qualifikation. Die detaillierte Übersicht zu den Rahmenbedingungen und den Inhalten der Module ist auf der Homepage der Landesärztekammer (Akademie – Krankenhaushygieniker) veröffentlicht.

Über das Absolvieren der Rahmenbedingungen sind ein Zeugnis durch den Supervisor mit Protokollen der Fallkonferenzen, Bestätigungen über die Hospitationen und die Bescheinigung des Arbeitsgebers über die Tätigkeit als Hygienebeauftragter Arzt in den vergangenen zwei Jahren bei der Ärztekammer vorzulegen.

Durch die teilweisen vorhandenen Unterschiede der Hygieneverordnungen in den Ländern wird das Modul 1 der Qualifikation ausschließlich regional angeboten, während die Ärztekammern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin beim Angebot der Fortbildungsmodule 2 bis 6 kooperieren, um die geforderten Kurse zeitnah und ressourcenoptimiert anbieten zu können. Durch die Sächsische Landesärztekammer werden die Module 2 und 5, durch die Landesärztekammer Thüringen Modul 3, durch die Ärztekammer Sachsen-Anhalt Modul 4 und die Ärztekammer Berlin Modul 6 angeboten. Die Gebühr beträgt pro Kurs 500,00 EUR, die Teilnehmerzahlen pro Kurs sind begrenzt. Die Anmeldung ist entsprechend des jeweiligen Moduls bei der betreffenden Ärztekammer vorzunehmen. Dazu ist ein Anmeldeformular auf der Homepage unter der Akademie – Krankenhaushygiene eingestellt. Hier sind auch die Kontaktdaten eingestellt.

Ansprechpartner für Thüringen ist Grit Deppner.

Dr. med. Caterina Dittrich
Geschäftsführerin der
Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung

Krankenhaushygiene aus rechtlicher Sicht

Auf der Grundlage des 2011 geänderten Infektionsschutzgesetzes hat die Landesregierung Thüringen am 17. Juni 2012 eine Rechtsverordnung erlassen, die konkrete Regelungen über die personellen und organisatorischen Anforderungen an die Infektionshygiene trifft (Thüringer medizinische Hygieneverordnung – ThürmedHygVO). Die grundlegenden Regelungsinhalte gibt das Infektionsschutzgesetz selbst vor. Ziel ist es, nicht nur die Krankenhaushygiene sondern auch den Infektionsschutz in anderen ambulanten medizinischen Einrichtungen einheitlich festzulegen. Gegenstand der Verordnung sind die in medizinischen Einrichtungen erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung, Erkennung, Erfassung und Bekämpfung von nosokomialen Infektionen und Krankheitserregern mit Resistenzen. Die Verordnung gilt für Krankenhäuser, Einrichtungen für ambulantes Operieren, Vorsorge - und Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt, Dialyseeinrichtungen und Tageskliniken. Für diese Einrichtungen bestimmt die ThürmedHygVO hygienische Mindestanforderungen an Bau, Ausstattung und Betrieb. So dürfen Geräte, von denen ein infektionshygienisches Risiko ausgehen kann, nur von entsprechend geschultem Personal betrieben und gewartet werden. Sie sind regelmäßigen hygienischen Überprüfungen durch den Betreiber zu unterziehen. Bevor in einem Gebäude ein hygienerelevanter Funktionsbereich in Betrieb genommen werden kann, muß durch einen Krankenhaushygieniker ein Hygienegutachten erstellt werden. Beim Bau ist das Gesundheitsamt zu beteiligen.

Die Verordnung führt zudem den Krankenhaushygieniker, den hygienebeauftragten Arzt und die Hygienefachkräfte ein.

In den oben genannten Einrichtungen muß mindestens ein hygienebeauftragter Arzt beschäftigt werden. Krankenhäuser müssen darüber hinaus mindestens einen weiteren hygienebeauftragten Arzt für jede Fachabteilung mit speziellem Risiko für nosokomiale Infektionen bestellen und in ausreichendem Umfang Krankenhaushygieniker einsetzen, wobei sich der Umfang nach der Gefahr für eine nosokomiale Infektion richtet. Auch die Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt, sind verpflichtet, Krankenhaushygieniker zu bestellen. Krankenhäuser, die ausschließlich Patienten mit psychiatrischen oder psychosomatischen Krankheiten behandeln, sowie Einrichtungen für ambulantes Operieren, Dialyseeinrichtungen und Tageskliniken müssen neben dem hygienebeauftragten Arzt nicht zusätzlich einen Krankenhaushygieniker bestellen, aber mindestens halbjährlich eine Begehung und Beratung durch einen Krankenhaushygieniker von mindestens acht Stunden Dauer in Anspruch nehmen.

Detaillierte Ausführungen zu den künftigen Anforderungen finden Sie in der ThürHygVO. Bei Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Rechtsabteilung der Landesärztekammer

Termine und Kontakte


Modul I - Hygienebeauftragter Arzt 40-Stunden-Kurs
Landesärztekammer Thüringen
Termin:Teil 1: 30.11. - 02.12.2017
Teil 2: 08./09.12.2017
Ort:Landesärztekammer Thüringen
Im Semmicht 33
07751 Jena
Anmeldung/Auskunft:Landesärztekammer Thüringen
Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung
Frau Deppner
Internet: www.laek-thueringen.de
Modul II – Organisation der Hygiene
Sächsische Landesärztekammer
Termin:Bitte erfragen!
Ort:Sächsische Landesärztekammer
Schützenhöhe 16
01099 Dresden
Anmeldung/Auskunft: Sächsische Landesärztekammer
Referat Fortbildung, Frau Wodarz
Tel.: 0351 8267 -327
Fax: 0351 8267 -322
E-Mail: fortbildungskurse@slaek.de
Internet: www.slaek.de
Modul III – Grundlagen der Mikrobiologie
Landesärztekammer Thüringen
Termin:29.01. - 01.02.2018
Ort: Universitätsklinikum Jena
Erlanger Allee 101
07747 Jena
Anmeldung/Auskunft: Landesärztekammer Thüringen
Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung
Frau Deppner
Internet: www.laek-thueringen.de
Modul IV – Bauliche und technische Hygiene
Ärztekammer Sachsen-Anhalt
Termin:20. - 24.11.2017
Ort:Martin-Luther-Universität
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle/Saale
Anmeldung/Auskunft: Ärztekammer Sachsen-Anhalt
Geschäftsstelle der Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung
Frau Birgit Stahl
Tel.: 0391-60547730
Fax: 0391-60547750
E-Mail: akademie@aeksa.de
Internet: www.aeksa.de
Modul V – Gezielte Präventionsmaßnahmen
Sächsische Landesärztekammer
Termin:Bitte erfragen!
Ort:Sächsische Landesärztekammer
Schützenhöhe 16
01099 Dresden
Anmeldung/Auskunft: Sächsische Landesärztekammer
Referat Fortbildung
Frau Wodarz
Tel.: 0351 8267 -327
Fax: 0351 8267 -322
E-Mail: fortbildungskurse@slaek.de
Internet: www.slaek.de
Modul VI – Qualitätssichernde Maßnahmen, Ausbruchsmanagement
Ärztekammer Berlin
Termin:Bitte erfragen!
Ort:Berlin
Auskunft: Abteilung Fortbildung/Qualitätssicherung
Ärztekammer Berlin
Frau Sandra Zippel
Friedrichstraße 16, 10969 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 40806 - 1209
Fax: +49 (0) 30 40806 - 551299
E-Mail: s.zippel@aekb.de
Internet: www.aerztekammer-berlin.de


Anmeldeformulare, Programme etc. sind auf den Homepages der durchführenden Ärztekammer bzw. direkt bei den genannten Auskunftspartnern der Ärztekammer erhältlich.

Weitere Termine: In Abhängigkeit vom Bedarf werden die Module durch die jeweils veranstaltende Landesärztekammer erneut angeboten.

Der hygienebeauftragte Arzt in der Einzelpraxis – Wie soll das gehen?



Die am 27. Juli 2012 in Kraft getretene Thüringer medizinische Hygieneverordnung (ThürHygVO) regelt in § 7, dass auch Einrichtungen für ambulantes Operieren mindestens einen hygienebeauftragten Arzt bestellen müssen, wobei die Bestellung durch den Leiter der Einrichtung zu erfolgen hat. Aufgabe der hygienebeauftragten Ärzte ist es, die notwendigen, auf ihren Verantwortungsbereich bezogenen Hygienemaßnahmen umzusetzen sowie den Ursachen nosokomialer Infektionen nachzugehen und schnellstmöglich Maßnahmen einzuleiten. Hygienebeauftragte Ärzte sind zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben und zur Fortbildung in erforderlichem Umfang für diese Tätigkeiten freizustellen. Dabei ist der zeitliche Umfang der Freistellung zur Aufgabenwahrnehmung zu dokumentieren. Hygienebeauftragte Ärzte einer betroffenen Arztpraxis müssen weisungsbefugt sein und zu Beginn ihrer Tätigkeit an einer von der Landesärztekammer anerkannten strukturierten curriculären Fortbildung als hygienebeauftragte Ärzte im Umfang von mindestens 40 Stunden mit Erfolg teilgenommen haben. Da zu den betroffenen Einrichtungen auch ambulant operierende Arztpraxen gehören, werden insbesondere entsprechend tätige Einzelpraxen mit großen praktischen Problemen konfrontiert. Denn da die Regelung des § 7 ThürHygVO erkennbar davon ausgeht, dass der hygienebeauftragte Arzt aus den eigenen Reihen der Einrichtung stammt, würde die Regelung streng genommen dazu führen, dass sich der alleinige Praxisinhaber selbst zum hygienebeauftragten Arzt ernennen und mithin die notwendige Qualifikation erwerben müsste. Da durch so eine Handhabung aber letztlich die beabsichtigte Kontrollfunktion des hygienebeauftragten Arztes wegen der bestehenden Personenidentität mit dem Praxisinhaber leerlaufen würde, geht die Kammer davon aus, dass der Verordnungsgeber bei der Entwicklung des § 7 ThürHygVO primär größere Einrichtungen mit mehr als einem Arzt, aber nicht die ambulant operierenden Einzelpraxen im Fokus hatte. Aus diesem Grunde vertritt die Kammer auch die Rechtsauffassung, dass es Einzelpraxen möglich sein muss, dem Kontrollzweck durch die Anstellung eines externen, ausschließlich für die Wahrnehmung dieser Aufgabe tätig werdenden und entsprechend qualifizierten Arztes Rechnung zu tragen. Dies ist auch im Rahmen eines Zusammenschlusses zu einer Kostenteilungsgemeinschaft denkbar.

Ass. jur. Sophie Seibeck
Rechtsreferentin der Landesärztekammer

BezeichnungGröße 
Antrag zum kollegialen Abschlussgespräch.pdf66 kB
Ergänzende Rahmenbedigungen für die strukturierte curriculare Fortbildung Krankenhaushygiene.pdf54 kB
Fallkonferenzen und Supervisoren.pdf197 kB
Fragen und Antworten zur strukturierten curricularen Fortbildung.pdf302 kB
Grafik Qualifikation Krankenhaushygiene.pdf79 kB
Hinweise zu Hospitationen.pdf79 kB
Hospitationsbestätigung Klinikhygiene.pdf30 kB
Hospitationsbestätigung Labor.pdf33 kB
Hospitationsbestätigung ÖGD.pdf36 kB
Inhalte der Hospitationen für die strukturierte curriculare Fortbildung Krankenhaushygiene.pdf45 kB
Module der Strukturierten curricularen Fortbildung Krankenhaushygiene.pdf32 kB