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Ärzteblatt Thüringen

Merkblatt zur Anerkennung sogenannter „Gastarzt-/Stipendiatentätigkeiten“

Ärztinnen und Ärzte, die häufig aus dem Ausland kommen und in Deutschland eine Weiterbildungszeichnung erwerben wollen, absolvieren diese Tätigkeiten oftmals im Rahmen einer sog. Gastarzt- bzw. Stipendiatentätigkeit.

In Deutschland wird die Weiterbildung in den einzelnen Bundesländern in der Weiterbildungsordnung inhaltlich geregelt. Aus weiterbildungsrechtlicher Sicht sind dabei folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

    • Mit der Weiterbildung kann erst nach der ärztlichen Approbation oder der Erteilung der Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufs begonnen werden.
    • Die Weiterbildung ist hauptberuflich und grundsätzlich ganztägig und unter Anleitung eines zur Weiterbildung Befugten zu absolvieren.
    • Dies beinhaltet die Beteiligung an allen ärztlichen Tätigkeiten in der Patientenversorgung in dem Bereich, in dem die Weiterbildung erfolgt, einschließlich der Teilnahme an den erforderlichen Bereitschaftsdiensten.
    • Diese und die nachfolgenden Anforderungen sind in einem Arbeits- und/oder Weiterbildungsvertrag schriftlich zu vereinbaren.
    • Aushändigung eines Weiterbildungsplans / strukturierten Weiterbildungsprogramms einschließlich des individuellen zeitlichen Tätigkeitsumfanges. Die Weiterbildung ist fortlaufend zu dokumentieren und über ihren Fortgang sind Jahresgespräche mit dem Weiterbilder zu führen.
    • Ebenso ist ein qualifiziertes Weiterbildungszeugnis nebst Eignungsvermerk des Weiterbilders von diesem auszuhändigen.
    • Ärztliche Weiterbildung erfolgt im Rahmen einer angemessen vergüteten ärztlichen Berufstätigkeit. Als angemessen gilt eine Vergütung, die sich an den tarifvertraglichen Regelungen orientiert und z.B. auch über Stipendien oder Drittmittel aufgebracht werden kann.
    • Im Rahmen der beruflichen Tätigkeit besteht die Verpflichtung, sich gegen Haftpflichtansprüche zu versichern (Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung):
    • Die Gastärzte/Stipendiaten werden gebeten, sich vor Aufnahme ihrer Tätigkeit mit ihrer Ärztekammer zur Beratung und zur Klärung offener Fragen in Verbindung zu setzen.

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