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Ärzteblatt Thüringen

Neue Broschüre

Redaktion: Ulrike Schramm-Häder
Datum: 02/04/2009

Neue Broschüre für Risikomanagement in Arztpraxen bei Influenzapandemie erschienen


Der Nationale Pandemieplan sieht im Pandemiefall vor, die Versorgung von Influenzapatienten möglichst lange ambulant durchzuführen. Gleichzeitig sollen Patienten frühzeitig aus der stationären Behandlung in den ambulanten Bereich übernommen werden. Den Arztpraxen, insbesondere den allgemeinärztlichen, internistischen, HNO-ärztlichen und pädiatrischen, kommt daher in der Pandemieplanung eine wesentliche Rolle zu. Alle niedergelassenen Ärzte sind daher gehalten, sich bereits in der interpandemischen Phase durch einen praxisinternen Notfallplan auf den Pandemiefall vorzubereiten. Die vorliegende Handlungsanleitung „Influenzapandemie – Risikomanagement in Arztpraxen“ soll Sie dabei unterstützen. Sie ist gemeinsam von Mitarbeitern beziehungsweise Pandemiebeauftragten der Bundesärztekammer (BÄK), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), zweier Landesärztekammern, so auch Thüringen, und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege erarbeitet worden. Sie beruht auf den gemeinsamen Empfehlungen der KBV und der BÄK zur Vorbereitung auf und das Handeln während einer Influenzapandemie. Außerdem berücksichtigt sie die Vorgaben des Nationalen Pandemieplanes sowie die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), der Biostoffverordnung, des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) und der Technischen Regel „TRBA 250: Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“.
Der von Ärzten mit erarbeitete praxisinterne Pandemieplan soll mittels Checklisten und Kopiervorlagen helfen, die Verantwortlichkeiten, die räumliche und/oder zeitliche Patientenlenkung, die Kommunikationswege nach außen, die zusätzlichen hygienischen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, die Maßnahmen des Arbeitsschutzes, die interpandemische Bevorratung und die Patienteninformation festzulegen.





Nach heutigem Kenntnisstand wird ein pandemisches Influenzavirus auf dieselbe Art zwischen Menschen übertragen werden wie die saisonale Influenza. Demnach muß vor allem von einer aerogenen Infektionsgefährdung durch Tröpfchen und Aerosole sowie von einer Schmierinfektion bei Kontakt mit virushaltigen Sekreten ausgegangen werden. Für den Pandemiefall fordern der Nationale Pandemieplan und die Pandemiepläne der Länder entsprechende hygienische Maßnahmen bei der medizinischen Versorgung infizierter Patienten und solchen, die unter Infektionsverdacht stehen. Bei der praxisinternen Pandemieplanung sind daher der Nationale und die jeweiligen landesspezifischen Pandemiepläne zu berücksichtigen.
Die jetzt vorliegende Handlungsanleitung soll eine Hilfestellung für Arztpraxen in vorderster Reihe sein, wenn die von Mikrobiologen erwartete massive Influenzawelle auf uns zurollt beziehungsweise epi- oder pandemische Formen annimmt.
Die Broschüre ist kostenfrei herunterladbar bei der „Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege“ unter www.bgw-online.de.


Ursula Liebeskind
Pandemiebeauftragte der Landesärztekammer und Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe bei der Bundesärztekammer
Tel.: 03641/614 102