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Ärzteblatt Thüringen

Presse-Information

Patienteninformationsveranstaltungen von Kliniken – Ärztekammerpräsident Wesser: „Regeln der Berufsordnung müssen eingehalten werden“

Jena, 26. September 2013/7


Der Präsident der Landesärztekammer Thüringen, Dr. Matthias Wesser, verweist angesichts der zunehmenden Anzahl von Patienteninformationsveranstaltungen von Kliniken darauf, daß bei diesen die Regeln der Berufsordnung einzuhalten sind: „Veranstaltungen für Patientinnen und Patienten sind ohne Zweifel sinnvoll, um Patienten zu informieren und Vertrauen aufzubauen. Dabei müssen aber die Regeln der Berufsordnung eingehalten werden“, appelliert der Präsident an die Krankenhäuser.

Die ärztliche Berufsordnung untersagt eine anpreisende, irreführende und vergleichende Werbung. Ebenso ist die Verpflichtung zur kollegialen Zusammenarbeit in der Berufsordnung für Ärztinnen und Ärzte und dem Krankenhausgesetz enthalten. „Insofern ist es wichtig, daß auch die Geschäftsführungen der Kliniken die Maßgaben der Berufsordnung beachten und ihre Mitarbeiter nicht in Konflikt bringen. Ein kollegiales und respektvolles Miteinander ist aus meiner Sicht in einem Krankenhaus unabdingbar“, so Ärztekammerpräsident Wesser.

Weil es in jüngster Zeit einige Beschwerden bei der Landesärztekammer hinsichtlich unangemessen erscheinender Patienteninformationsveranstaltungen gab, hat sich das Parlament der Thüringer Ärzteschaft mit dem Problem in seiner Sitzung am 25. September befaßt und folgende Resolution verabschiedet.

Resolution der Landesärztekammer Thüringen zum aggressiven Patienten-Marketing

Grundsätzlich hält die Kammerversammlung der Landesärztekammer Thüringen Veranstaltungen für Patienten, die von stationären Einrichtungen angeboten werden, für eine sinnvolle Möglichkeit,
um Patienten sachgerecht und angemessen zu informieren und Vertrauen aufzubauen. Allerdings müssen dabei die in der Berufsordnung (BO) festgelegten Regeln zur Beruflichen Kommunikation (Paragraph 27 der BO), insbesondere zur erlaubten Information und berufswidrigen Werbung Beachtung finden. Auch muß der Eindruck einer dem Selbstverständnis des Arztes zuwiderlaufenden Kommerzialisierung des Arztberufes vermieden werden.

Bei den in jüngster Zeit in Thüringen stattfindenden Patientenveranstaltungen und Zeitungsanzeigen, die einer aggressiven Patienten-Marketing-Strategie folgen, sieht die Landesärztekammer Thüringen die Einhaltung dieser in der ärztlichen Berufsordnung niedergelegten Regeln massiv gefährdet. Nicht nur die Einhaltung des Werbeverbotes hinsichtlich anpreisender, irreführender oder vergleichender Werbung gilt es zu beachten, sondern darüber hinaus auch das Gebot der Kollegialität. Beides ist sowohl in der Berufsordnung für Ärztinnen und Ärzte als auch im Krankenhausgesetz verankert. Die Geschäftsführungen der betroffenen Kliniken werden hiermit aufgefordert, die Berufsordnung sowie die Verpflichtung zur kollegialen Zusammenarbeit gemäß Krankenhausgesetz zu respektieren.

Pressesprecherin: Dr. Ulrike Schramm-Häder (03641 614 - 103)