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Ärzteblatt Thüringen

Presse-Information

Redaktion: Ulrike Schramm-Häder
Datum: 12/04/2008 11:52:54 AM

Fortbildungspflicht für niedergelassene Ärzte – Über die Hälfte hat Punktzahl für Fortbildungszertifikat


Seit dem ersten Januar 2004 gilt für Ärzte in der Niederlassung eine gesetzliche Fortbildungspflicht. Nachgewiesen wird die Erfüllung dieser Pflicht mit dem Fortbildungszertifikat der Landesärztekammer, das die Erwerbung von 250 Fortbildungspunkten in entsprechenden Kursen, Seminaren, Kongressen oder Workshops voraussetzt. Stichtag für den Fortbildungsnachweis ist der 30. Juni 2009. Bis dahin müssen sämtliche Ärzte in der Niederlassung ein solches Zertifikat besitzen, andernfalls können der Verlust der Zulassung oder auch Honorarkürzungen drohen.

Momentan haben mit 61 Prozent der Thüringer Ärztinnen und Ärzte bereits mehr als die Hälfte in der Niederlassung ein solches Zertifikat, wie eine Auswertung der Punktekonten in einer Studie der Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung ergeben hat. Bei 24 Prozent liegt das Punktekonto derzeit zwischen 100 und 250. Berücksichtigt werden muß hier, daß etliche Ärzte erst beim Antrag auf Ausstellung eines Fortbildungszertifikates ihre Teilnahmebescheinigungen einreichen. Eine elektronische Erfassung der Fortbildungspunkte ist seit 2006 möglich.

Unterschiede im Fortbildungsverhalten zwischen einzelnen Fachgruppen, Regionen und Geschlechtern gab es keine. Beliebt unter Ärztinnen und Ärzten in Thüringen ist vor allem die „klassische Fortbildung“ mit Vortrag oder Seminar und Diskussion und weniger wie ursprünglich angenommen die Online-Fortbildung.





Diejenigen Ärzte, die bereits die Punktzahl für das Fortbildungszertifikat erreicht haben, haben dies mit einer durchschnittlichen Punktzahl von 350 getan. „Dies bedeutet, daß die Fortbildungsveranstaltungen nicht nur zum Punkte sammeln, sondern vorrangig aus fachlich-beruflichem Interesse absolviert werden“, so Ärztekammerpräsident, Dr. Mathias Wesser. „Aus unserer Sicht ist deshalb der gesetzliche Zwang, mit dem die Berufspflicht zur Fortbildung eine gesetzliche Pflicht geworden ist, überflüssig. Ärzte sind an Fortbildung interessiert!“

Für die Krankenhausärzte gilt die gesetzliche Fortbildungspflicht seit Januar 2006. Sie müssen erstmals am 1. Januar 2011 ihre Fortbildungszertifikate vorlegen.

Mehr zur ärztlichen Fortbildung: Caterina Dittrich, Hendrik Schelling, Karl-Heinz Liebisch, Günter Stein, Fortbildungsverhalten der Ärzte in Thüringen, in: Ärzteblatt Thüringen, Heft 10, 2008, S. 579ff. (www.aerzteblatt-thuer.de).


Ansprechpartnerin: Dr. Ulrike Schramm-Häder
Pressesprecherin

Jena, 3. Dezember 2008/8