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Ärzteblatt Thüringen

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"Thüringer Impfinitiative" - Statement der Landesärztekammer Thüringen
"Thüringer Impfinitiative" - Statement der Landesärztekammer Thüringen
Infektionskrankheiten, die man für längst besiegt hielt, zunehmende Reisen in exotische Länder und eine generelle Impfmüdigkeit führen auch in Thüringen zu gravierenden Impf-Lücken.
Bei der Verbesserung des Impfschutzes nimmt die Ärzteschaft eine Schlüsselrolle ein. So verfügen Allgemeinmediziner, Internisten, Pädiater, Hygiene- und Umweltmediziner sowie Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Flugmedizin oder Tropenmedizin von vornherein in berufsrechtlicher Hinsicht über die Qualifikation zur selbständigen Durchführung von Impfungen.
Doch das allein reicht nicht. Will man die Immunisierungsrate der Bevölkerung erhöhen, muß noch mehr getan werden. Deshalb hat die Landesärztekammer Thüringen bereits 1999 als eine der ersten Ärztekammern in Deutschland beschlossen, den Kreis der impfberechtigten Ärzte zu erweitern und Impfungen künftig auch unabhängig von den jeweiligen Fachgebieten zu ermöglichen. Angestrebt wird, daß alle Ärzte mit regelmäßiger Patientenversorgung Schutzimpfungen fachgebietsübergreifend durchführen können, d.h. z.B. Kinderärzte erwachsene Begleitpersonen oder Gynäkologen gegen Hepatitis impfen. Voraussetzung dafür ist eine Qualifikation in Form eines von der Landesärztekammer bestätigten Nachweises. Dieses Zertifikat über die Basisqualifikation Impfen kann nach Absolvierung eines 10-Stunden-Kurses von den Ärzten erworben werden und ist für drei Jahre gültig.
Zum Erwerb der Impfqualifikation hat die Landesärztekammer in Verbindung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen bisher drei Kurse angeboten, an denen insgesamt 223 Ärztinnen und Ärzte teilgenommen haben, die nun aktiv neben den ohnehin impfberechtigten Ärzten zur Verbesserung des Impfschutzes der Menschen in unserem Land beitragen werden. Vor allem Gynäkologen nutzen die Möglichkeit zum Erwerb der Impfqualifikation, so daß nun eine große Anzahl von Frauen auch bei ihrem Gynäkologen über dessen Fachgebiet hinaus geimpft werden können.
Die Landesärztekammer Thüringen wird ihr Angebot zum Erwerb der Basisqualifikation Impfen fortsetzen und die Ärzteschaft weiterhin zur Teilnahme an diesen Kursen ermuntern und auffordern, so daß der Kreis der fächerübergreifend impfberechtigten Ärzte wächst.
Für die Ärzteschaft ist die Beteiligung an der "Thüringer Impfinitiative" Selbstverständlichkeit und Notwendigkeit: Das gemeinsame Ziel, Impf-Lücken zu beseitigen und den Impfschutz der Menschen in Thüringen nachhaltig zu verbessern, gehört zu unseren ureigensten, ärztlichen Aufgaben, die es zu erfüllen gilt.
Ansprechpartner:
Frau Dr. med. Chr. Becker, Ärztliche Geschäftsführerin – Tel.: 0 36 41/ 61 41 11
Frau Dr. med. C. Dittrich, Geschäftsführerin der Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung - Tel.: 0 36 41/61 41 42