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Ärzteblatt Thüringen

PM091001

Arztzahlentwicklung in Thüringen - "Es kann in den nächsten Jahren zu Engpässen kommen."
Arztzahlentwicklung in Thüringen - "Es kann in den nächsten Jahren zu Engpässen kommen."
Die Entwicklung der Arztzahlen stagniert. Rechnete man Zugänge an jungen Medizinern und Abgänge in andere Bundesländer, in den Ruhestand oder berufliches Pausieren von Müttern gegeneinander auf, sind im Jahr 2000 lediglich 48 Ärztinnen und Ärzte bei einer Gesamtzahl von 9109 hinzugekommen.
Besonders problematisch wird die Situation dadurch, daß sehr viele Ärzte um die 60 Jahre alt sind. "Es kann in den nächsten Jahren zu Engpässen kommen", warnt Kammerpräsident Professor Eggert Beleites. Das betrifft nicht alle Fachgebiete, aber bei der Allgemeinmedizin und den Amtsärzten zeichnet sich eine prekäre Situation ab. Von den 29 Amtsärzten einschließlich Stellvertretern sind 24 älter als 50. Dagegen gibt es in Thüringen nur zwei Ärzte in Weiterbildung für den Öffentlichen Gesundheitsdienst.
In der Allgemeinmedizin hat Thüringen zur Zeit 104 Ärzte in Weiterbildung. Da aber sehr viele Allgemeinmediziner in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen – 353 von ihnen sind zwischen 55 und 60 Jahre alt, können die Weiterbildungsassistenten den künftigen Bedarf auf keinen Fall decken.
Selbst in den größeren attraktiven Städten zeichnet sich ein Ärzte-Mangel in verschiedenen Fachgebieten ab.
So sind beispielsweise nach der Bedarfsplanung der KV
in Erfurt sechs offene Stellen für Nervenheilkunde vorhanden,
bei den Orthopäden drei in Jena und vier im Raum Suhl/Schmalkalden-Meiningen.
Aber nicht nur bei den niedergelassenen Ärzten herrscht Bedarf, auch die Krankenhäuser suchen dringend Fachärzte.
"Um künftig eine drohende Unterversorgung der Bevölkerung in einzelnen Fachgebieten zu verhindern, müssen Politik und ärztliche Selbstverwaltung versuchen, bessere Rahmenbedingungen für Ärztinnen und Ärzte schaffen," so Kammerpräsident Beleites. "Der Arztberuf muß wieder ein Beruf mit Perspektive werden – ohne bürokratische Überlastung, mit angemessener Bezahlung für die sprechende Medizin, in einer Umgebung, die nicht auf die Ausbeutung der Arbeitskraft bis zum letzten setzt und mit Kollegen und Vorgesetzten, die wirklich kollegial sind. Dann werden sich hoffentlich wieder junge Leute gern für diesen Beruf entscheiden!"