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Ärzteblatt Thüringen

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Landesärztekammer gegen Verlegung der Psychiatrie von Jena nach Stadtroda
Krankenhausplan - Landesärztekammer gegen Verlegung der Psychiatrie von Jena nach Stadtroda
Die Landesärztekammer Thüringen betrachtet die Empfehlung des Krankenhausplanungsausschusses zur Verlegung der Psychiatrie sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie von Jena nach Stadtroda mit großer Besorgnis. "Negative Folgen für die Ausbildung von jungen Medizinern und für die Patienten sind jetzt schon abzusehen", so Kammerpräsident Professor Eggert Beleites.
Die Psychiatrie ist integraler Bestandteil der universitären Ärzte-Ausbildung und muß dies auch bleiben. Das Fach muß am Hochschulort vertreten werden, weil für Studenten nur hier der Zugang zu ganz praktischer Fachberührung - wie z.B. Nachtwachen, Patientendemonstrationen, Praktika oder Promotionen – möglich ist. Sonst gerät die Psychiatrie aus dem Blickfeld der Studenten. Bestes Beispiel dafür ist die Orthopädie in Eisenberg.
"Wir brauchen künftig Fachärzte für Psychiatrie. Schon jetzt wird von einer Unterversorgung hinsichtlich psychiatrischer Betreuung in Deutschland gesprochen", so Beleites. "Wenn wir daran denken, daß unsere Bevölkerung zunehmend älter wird und damit neben allgemeinen auch
mehr psychiatrische Erkrankungen verbunden sind, wird klar, welch große Rolle die psychiatrische Betreuung neben der organspezifischen künftig haben wird. Die Ärzte der Zukunft müssen diese Komplexität erfahren, und das geht nur mit einer Psychiatrie in Jena."
Hinzu kommt, daß an dem Ort, wo die meisten Weiterbildungsstätten für die Erlangung der Facharztqualifikation angesiedelt sind, eine demonstrative Kooperation der sogenannten Organfächer mit der psychiatrischen Betreuung gewährleistet sein sollte. Das wird nur gelingen, wenn sich die Fächer alle an einem Studienort befinden.