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Ärzteblatt Thüringen

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Landesärztekammer weist Vorwürfe zur mangelnden Aufarbeitung der NS-Vergangenheit zurück
Landesärztekammer weist Vorwürfe zur mangelnden Aufarbeitung der NS-Vergangenheit zurück
Die Landesärztekammer Thüringen weist die Vorwürfe zur mangelnden Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit entschieden zurück. Von einem "Verschweigen" der Beteiligung von Ärzten an NS-Verbrechen kann keine Rede sein.
Bereits vor zwei Jahren hat sich die Kammerversammlung der Landesärztekammer Thüringen der Vergangenheit gestellt und nach intensiver Diskussion eine Erklärung verabschiedet (Ärzteblatt Thüringen, Heft 11, 1999, S. 603). Darin gedenken die Thüringer Ärztinnen und Ärzte der Opfer des Nationalsozialismus und bedauern, daß Menschen durch Ärzte Leid und Tod erfahren haben. Das KZ-Buchenwald und die Kinderfachabteilung in Stadtroda sind exemplarisch als Stätten ärztlichen Fehlverhaltens in Thüringen genannt.
Kammerversammlung und Vorstand sind immer wieder betroffen von ärztlich begangenem Unrecht während der NS-Zeit. Sie halten weitere Nachforschungen für notwendig. Die Aufarbeitung der Geschichte ist von der Landesärztekammer ausdrücklich gewünscht.
Seit dem letzten Jahr liegt die in der Schriftenreihe der Landesärztekammer Thüringen erschienene Publikation "Die Ärzteschaft in Thüringen. Eine Vereins- und Standesgeschichte" vor, die ebenfalls ein Kapitel zur NS-Zeit enthält. Das Buch ist als Überblickswerk - es beginnt bei der Priestermedizin - mit dem Schwerpunkt ärztliche Selbstverwaltung konzipiert und kann deshalb selbstverständlich nicht die thüringische Medizingeschichte der NS-Zeit in allen Facetten behandeln. Der Vorwurf des Verschweigens ist deshalb unhaltbar.