Sie befinden sich:
Kontakt
Landesärztekammer Thüringen
Im Semmicht 33
07751 Jena
+49 (0)3641 614-0
+49 (0)3641 614-169
Kontakt
Seitenfunktionen
Ärzteblatt Thüringen

PM130202

"Für aktive Sterbehilfe steht die Ärzteschaft nicht zur Verfügung."
Ärztekammerpräsident Beleites: "Für aktive Sterbehilfe steht die Ärzteschaft nicht zur Verfügung."
Der Präsident der Landesärztekammer Thüringen, Professor Eggert Beleites, bekräftigt dies vor dem Hintergrund der vorgebrachten Kritik an dieser Position nochmals ausdrücklich. "Grundsätzlich gilt bei allen Fragen der Sterbebegleitung der Wille des Patienten, nur bei aktiver Sterbehilfe müssen wir eine Grenze setzen", so Beleites. "Für den Arzt als Akteur ist es ein gravierender Unterschied, ob er den Tod eines Menschen veranlaßt oder bei einem Sterbenden den Sterbeprozeß geschehen läßt und auf unnötige Apparatemedizin verzichtet. In diesem Fall hat der Arzt die Pflicht, mindestens für eine gute Schmerztherapie und Basisbetreuung zu sorgen."
Der Präsident der Landesärztekammer Thüringen warnt davor, aktive Sterbehilfe in Deutschland zuzulassen, weil mit der gezielten Tötung auf Verlangen Gefahren für krankes und schwer beschädigtes Leben entstehen. Schließlich gibt es viele Wege, Druck auszuüben und jemandem zu suggerieren, es sei richtig und anständig, das eigene Ende zu verlangen. "Deshalb darf es kein Ausweg sein, die aktive Tötung auch in hoffnungslosen Situationen vom Arzt aus überhaupt zum Thema zu machen. Wir stehen dafür jedenfalls nicht zur Verfügung!"
Professor Eggert Beleites war als Vorsitzender des Ausschusses für ethische und medizinisch-juristische Grundsatzfragen der Bundesärztekammer verantwortlich für die Erarbeitung von zwei Grundsatzpapieren der Ärzteschaft zur Sterbebegleitung.