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Ärzteblatt Thüringen

PM240702

Ärztemangel - Leider keine "Mär"!
Ärztemangel - Leider keine "Mär"!

"Beim Thema Ärztemangel von einer Mär zu sprechen, kann man nur als ignorant bezeichnen", so der Präsident der Landesärztekammer Thüringen, Professor Eggert Beleites. "Entscheidend ist nicht die Zahl und nicht der Altersdurchschnitt der Ärzte an sich, sondern das Ganze muß auf die einzelnen Fachgruppen bezogen werden. Dann werden die Probleme offensichtlich!"
Zur Zeit sind in Thüringen 143 Arztsitze frei. Vor allem in den Bereichen Nervenheilkunde, Orthopädie und Allgemeinmedizin sieht es kritisch aus. So fehlen beispielsweise in Erfurt drei Ärzte für Nervenheilkunde, in Greiz sind es zwei. Bei den Orthopäden ist der Raum Suhl/Schmalkalden-Meiningen mit einem Mangel von fünf Ärzten Spitzenreiter, gefolgt von Eisenach und dem Wartburgkreis mit drei freien Stellen.
Die schwierigste Situation herrscht in der Allgemeinmedizin. Im Altenburger Land gibt es acht unbesetzte Arztsitze, im Unstrut-Hainich-Kreis zehn und in Eisenach und dem Wartburgkreis sechs. "Diese Situation wird nicht besser werden", so Beleites, weil viele Allgemeinmediziner in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. 2003 sind es 34, 2004 49 und 2005 beträgt die Zahl 89 und bleibt in den folgenden Jahren auf hohem Niveau.
"Eine alarmierende Situation", so der Präsident, zumal die dadurch entstehende Lücke in der hausärztlichen Versorgung durch die 98 sich zur Zeit zum Allgemeinmediziner weiterbildenden Ärztinnen und Ärzte auf keinen Fall geschlossen werden kann.
Beleites: "Es wäre besser, alle an der Gesundheitsversorgung beteiligten Kräfte würden zur Abwendung einer drohenden Unterversorgung an einem Strang ziehen, als sich mit unnützen Zahlenspielereien abzugeben."