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Ärzteblatt Thüringen

Praxisgebühr

Redaktion: Frau Dr. Schramm-Häder
Datum: 09/26/2003
Thüringer Ärzte gegen Einzug der Praxigebühr
Vor der am Freitag, 26.09.2003, anstehenden Abstimmung im Bundestag zur Gesundheitsreform, erklärt der Präsident der Landesärztekammer Professor Dr. med. Eggert Beleites, daß sich die Thüringer Ärzte dagegen wehren, eine Praxisgebühr von künftig zehn Euro pro Quartal und Patient in ihren Arztpraxen einzuziehen. “Ärzte sind keine Geldeintreiber für die Kassen, sondern für die Behandlung von Patienten zuständig”, so der Ärztekammerpräsident.

Die Praxisgebühr stellt aus Sicht der Landesärztekammer Thüringen eine zusätzliche Belastung für die etwa 3000 niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte dar. Wie eine Umfrage der Landesärztekammer ergeben hat, empfinden 86% der Kassenärzte die Bürokratie als massiven Störfaktor in ihrer Berufsausübung, der mit hohem Zeitaufwand verbunden ist und Zeit für die Patientenbetreuung stiehlt. “Daß Ärzte über einen immens hohen Verwaltungsaufwand in ihrer Arbeit klagen, dürfte mittlerweile auch die Politik gehört haben”,
so der Ärztekammerpräsident: “Die Praxisgebühr ist mehr als kontraproduktiv ganz besonders auch angesichts des Mangels an Ärzten.”
Durch die Gebühr wird das Arzt-Patienten-Verhältnis belastet. “Der Unmut der Patienten wird sich gegen die Ärzte als Eintreiber der Praxisgebühr richten. Daß dem Arzt automatisch für die Behandlung der Patienten die Summe vom Honorar wieder abgezogen wird, ist schnell vergessen.” Ungeklärt sind bisher Detailfragen, was ist mit Notfällen, was ist, wenn Patienten nicht bezahlen können”, ergänzt Beleites.

Man kann davon ausgehen, daß beispielsweise in einer Hausarztpraxis pro Erstkontakt mit mindestens drei Minuten Arbeitsaufwand gerechnet werden muß. Bei einer Praxis mit 1000 Abrechnungsfällen im Quartal kämen etwa 50 Stunden Mehrarbeit pro Quartal zustande.