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Ärzteblatt Thüringen

Ärztekammer fordert erneut Lehrstuhl für Allgemeinmedizin

Redaktion: Ulrike Schramm-Häder
Datum: 11/26/2003
Ärztekammer fordert erneut Lehrstuhl für Allgemeinmedizin

Die Einrichtung eines Lehrstuhls für Allgemeinmedizin an der Jenaer Universität wird seit Jahren von der Landesärztekammer Thüringen gefordert. Die seit dem 1. Oktober 2003 geltende neue Approbationsordnung erhöht die Dringlichkeit. So ist die Vermittlung allgemeinmedizinischer, insbesondere praktischer Fertigkeiten sowie psychosozialer Kompetenzen seit Oktober Bestandteil des Medizinstudiums, ebenso ein Blockpraktikum in einer allgemeinärztlichen Praxis. Damit gehört die Allgemeinmedizin zu den Fächern, die künftig zu prüfen sind.

„Wer soll die Prüfungen abnehmen, wer den Unterricht
koordinieren und organisieren?“, fragt Ärztekammerpräsident, Professor Dr. med. Eggert Beleites. „Die Aufwertung des Fachgebietes Allgemeinmedizin in der Medizinerausbildung ist politisch gewollt und schon lange notwendig, aber am Ende ist keiner bereit, die Konsequenzen zu tragen.“
Für die Untersetzung des Fachgebietes mit einer Professur spricht gleichfalls das Problem Ärztemangel, insbesondere bei Allgemeinmedizinern. Bis 2010 werden von den zur Zeit 1258 Thüringer Allgemeinmedizinern etwa 500 in den Ruhestand gehen. Zur Zeit gibt es hier aber nur 104 junge Ärztinnen und Ärzte, die den Facharzt für Allgemeinmedizin anstreben. „Dies“, so Ärztekammerpräsident Beleites, „hat sicher auch seine Ursache darin, daß Medizinstudenten bisher an der Universität nicht mit dem Fach vertraut gemacht worden sind und ihnen kein Interesse für die Allgemeinmedizin vermittelt werden konnte.“
Die drohende Versorgungslücke in Allgemeinmedizin und die aktuellen Erfordernisse der Medizinerausbildung machen den Lehrstuhl dringend notwendig. Dazu Beleites: „Wir haben keine Zeit zu verlieren. Ich bin sicher, daß jetziges kurzfristiges Sparen langfristig zu mehr Kosten führen wird.“