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Ärzteblatt Thüringen

Essener Resolution

Redaktion: Dr. Ulrike Schramm-Häder
Datum: 03/17/2006
Ärztekammer erreichen zahlreiche Zuschriften mit der „Essener Resolution“
Die „Essener Resolution“ wurde von Mitgliedern der Kreisstelle Essen in NRW verabschiedet und bei einer Veranstaltung des Hartmannbundes in Ronneburg an die Ärztinnen und Ärzte Thüringens weitergegeben.

Kammerversammlung und Vorstand stimmen grundsätzlich zu

Bitte verzichten Sie auf weitere Sendungen der Resolution, dies verursacht nur zusätzliche Kosten!

Die Forderungen der Resolution nach freier Arztwahl, besserer Bezahlung, Abbau der Überstunden und Sicherstellung der haus- und fachärztlichen Versorgung sowie der Ablehnung der Bürokratisierung, der Einheitsmedizin, der Abwälzung des Morbiditätsrisikos auf die Ärzteschaft und nicht zuletzt der Bonus-Malus- Regelung werden vom Vorstand der Landesärztekammer sowie den Kammerversammlungsmitgliedern geteilt und nach außen vertreten: Im Kontakt mit Politikern, bei öffentlichen Veranstaltungen und nicht zuletzt gegenüber der Presse werden diese Positionen formuliert. Insbesondere zur Bonus-Malus- Regelung hat die Kammerversammlung der Landesärztekammer Thüringen eine Resolution verabschiedet.
Resolution der Landesärztekammer Thüringen zum Arzneimittel-Versorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz
Die Kammerversammlung der Landesärztekammer Thüringen wendet sich entschieden gegen das am 17. Februar 2006 vom Bundestag beschlossene Arzneimittel-Versorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz. Mit ihm wird unverantwortlich in die ärztliche Therapiefreiheit, essentieller Bestandteil ärztlicher Berufsausübung, eingegriffen.
Die Mitglieder der Kammerversammlung lehnen die Gesetzesvorgaben strikt ab, weil sie notwendige und sachgerechte Medikamentenverschreibungen mit Strafzahlungen oder Belohnungen koppeln. Handlungsgrundlage für die ärztliche Therapie ist das Wohl des Patienten und damit die Verordnung der jeweils medizinisch notwendigen Medikamente.
Gegen diese sogenannte „Bonus-Malus-Regelung“ setzen wir uns zur Wehr, weil hier der einzelne Arzt bei einer Überschreitung der staatlich oktroyierten Sparvorgaben bestraft wird. Absolut unethisch und mit dem ärztlichen Berufsbild nicht zu vereinbaren ist, für die Rationierung medizinischer Leistungen über den Bonus belohnt zu werden.
Darüber hinaus befürchten wir Thüringer Ärztinnen und Ärzte, daß die nun per Gesetz geforderte Einhaltung von Tagestherapiekosten bei chronisch kranken und multimorbiden Patienten absehbar zu einer medizinisch nicht zu vertretenden Unterversorgung führen wird.
Die vorgesehenen Regelungen verschärfen den bürokratischen Aufwand ärztlicher Arzneitherapie. Dadurch geht immer mehr Zeit für bedarfsgerechte Patientenversorgung verloren.