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Ärzteblatt Thüringen

Umfrage Arbeitssituation niedergelassener Ärzte

Redaktion: Frau Dr. Schramm-Häder
Datum: 08/06/2003
Die Umfrage unter den niedergelassenen Ärzten erfolgte anonym, schriftlich und repräsentativ. Aus den 3374 Kassenärzten wurde 811 Personen, das sind 24% der in der Niederlassung tätigen 3374 Ärztinnen und Ärzte, nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Die Stichprobe setzte sich je zur Hälfte aus Ärzten in der hausärztlichen Versorgung und Fachärzten zusammen. Die Rücklaufquote bei den Fragebögen betrug 76%, eine für eine solche Umfrage hervorragende Quote.
Schwerpunkt der Umfrage war die hohe Arbeitsbelastung: Inklusive der Notfalldienste sind wöchentliche Arbeitszeiten von über 60 Stunden für Haus- und Fachärzte die Regel. 49% der niedergelassenen Ärzte leiden unter starkem Zeitdruck, 43% klagen über Stress und Überlastung.

Als ein massiv störender Faktor in der Berufsausübung wird die Bürokratie im Arbeitsalltag angesehen. Dafür sprachen sich 86% der Ärztinnen und Ärzte aus und beklagten den dadurch verursachen hohen Zeitaufwand auch als Ursache für die von ihnen empfundene mangelnde persönliche Zuwendung. Zugleich fühlen sich die niedergelassenen Ärzte als Spielball der Politik. Sie sind in über 69% mit den Bedingungen, unter denen Sie ihren Beruf ausüben, nicht zufrieden. 59% fühlen sich sehr stark in ihrer Berufsfreiheit eingeschränkt.

Die Patientenversorgung wird gleichfalls als problematisch angesehen: Nur die Hälfte der Niedergelassenen hat den Eindruck, ihre Patienten ausreichend medizinisch versorgen zu können. Fast 30% der Befragten gaben als Ursache fehlende Mittel an. Hier schlägt die politisch vorgegebene Ausgabenbegrenzung für medizinische Leistungen sowie bei Arzneimitteln durch.
Dagegen hatten bei der im vergangenen Jahr durchgeführten Umfrage unter Krankenhausärzten fehlende materielle Mittel in der Patientenversorgung nur 5% der Befragten angegeben, stattdessen wurde vor allem die mangelnde persönliche Zuwendung beklagt.
Die vielfältigen Belastungsfaktoren führen dazu, daß nur 7% der Befragten angaben, sich bei erneuter Wahlmöglichkeit auf jeden Fall wieder als Arzt niederlassen zu wollen. Vor allem jüngere Ärzte bewerten ihre Tätigkeit negativ sowie Hausärzte, von denen weit über die Hälfte eine Tätigkeit als Niedergelassener ablehnt. Das ist angesichts der nach wie vor diskutierten Aufwertung der Hausärzte als Lotse durch das Gesundheitswesen ein bedenkenswertes Ergebnis.

Der Präsident der Landesärztekammer Thüringen, Professor Dr. med. Eggert Beleites: „Mit der Umfrage liegen die Zahlen auf dem Tisch. Viele Kollegen fühlen sich überlastet, würden am liebsten nicht mehr Arzt werden. Zu lange Arbeitszeiten, zu viel Bürokratie Zeitdruck, Stress und massive Einschränkung der Berufsfreiheit sorgen dafür, daß Ärztinnen und Ärzte ihren Beruf mehr und mehr als Belastung empfinden. Dabei wollen die meisten Ärzte doch nur eines – sie wollen wieder Ärzte sein. Angesichts des drohenden Ärztemangels muß es gelingen, die Rahmenbedingungen für die Berufsausübung so zu ändern, daß wir vorrangig mit Patienten arbeiten können und nicht die Sorge um Papierkram, Budgets oder Regresse im Mittelpunkt unserer Berufsausübung steht. Leider verspricht die geplante Gesundheitsreform in dieser Hinsicht keine Besserung.“

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Arbeitssituation Ärzte.pdf