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Ärzteblatt Thüringen

Tagung des Kammerparlamentes am 25. September 2013

Resolution zum aggressiven Patienten-Marketing - Berufsordnung und Verpflichtung zur kollegialen Zusammenarbeit ist einzuhalten

Die Kammerversammlung der Landesärztekammer Thüringen hat am 25. September 2013 sowohl für die Ärzteversorgung als auch für die Ärztekammer den Jahresabschlusses 2012 festgestellt als auch die relevanten Gremien entlastet sowie den Haushaltsplan 2014 verabschiedet.
Darüber hinaus haben die Mitglieder des Thüringer Kammerparlaments aus aktuellem Anlass folgende Resolution zum aggressiven Patienten-Marketing beschlossen, um betroffene Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern zu unterstützen.

Resolution der Landesärztekammer Thüringen zum aggressiven Patienten-Marketing

Grundsätzlich hält die Kammerversammlung der Landesärztekammer Thüringen Veranstaltungen für Patienten, die von stationären Einrichtungen angeboten werden, für eine sinnvolle Möglichkeit, um Patienten sachgerecht und angemessen zu informieren und Vertrauen aufzubauen. Allerdings müssen dabei die in der Berufsordnung (BO) festgelegten Regeln zur Beruflichen Kommunikation (Paragraph 27 der BO), insbesondere zur erlaubten Information und berufswidrigen Werbung Beachtung finden. Auch muß der Eindruck einer dem Selbstverständnis des Arztes zuwiderlaufenden Kommerzialisierung des Arztberufes vermieden werden.

Bei den in jüngster Zeit in Thüringen stattfindenden Patientenveranstaltungen und Zeitungsanzeigen, die einer aggressiven Patienten-Marketing-Strategie folgen, sieht die Landesärztekammer Thüringen die Einhaltung dieser in der ärztlichen Berufsordnung niedergelegten Regeln massiv gefährdet. Nicht nur die Einhaltung des Werbeverbotes hinsichtlich anpreisender, irreführender oder vergleichender Werbung gilt es zu beachten, sondern darüber hinaus auch das Gebot der Kollegialität. Beides ist sowohl in der Berufsordnung für Ärztinnen und Ärzte als auch im Krankenhausgesetz verankert. Die Geschäftsführungen der betroffenen Kliniken werden hiermit aufgefordert, die Berufsordnung sowie die Verpflichtung zur kollegialen Zusammenarbeit gemäß Krankenhausgesetz zu respektieren.
Weitere Themen der Kammerversammlung waren die Novellierung der Weiterbildungsordnung, bisherige Ergebnisse der Arbeit des Bauausschusses und eine Satzungsänderung der Ärzteversorgung. Ein ausführlicher Bericht zur Sitzung der Kammerversammlung folgt im Ärzteblatt Thüringen Heft 11/2013 unter Berufspolitik.