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Ärzteblatt Thüringen

PM270103

Ärzte-TÜV
Landesärztekammer: Ein unsinniger Vorschlag!

Ärzte-TÜV
Landesärztekammer: Ein unsinniger Vorschlag!


„Der jüngste Vorschlag von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, einen Ärzte-TÜV einzuführen, ist schlichtweg Unsinn,“ so der Präsident der Landesärztekammer Thüringen, Professor Eggert Beleites. „Ein Ärzte-TÜV wird weder dazu beitragen, die Qualität der ärztlichen Berufsausübung zu sichern oder gar zu bessern, noch wird es dem Berufsbild Arzt gerecht. Derartige Vorschläge sind für eine Reform unseres Gesundheitswesens nicht geeignet. Wer ärztliche Tätigkeit mit der Qualität von Kochtöpfen und Waschmaschinen gleich setzt, der wird unser Gesundheitswesen eher zerstören als neu gestalten können. Ich bin gespannt, was es noch an abenteuerlichen Vorschlägen geben wird.“

Die Landesärztekammer Thüringen warnt eindringlich davor, ärztliche Tätigkeit auf ein standardisiertes Behandlungsgeschehen zu reduzieren, um es kontrollieren zu können! Die Folgen für die Patienten werden gravierend sein: die individuelle Behandlung wird ebenso wie die immer wieder geforderte ganzheitliche medizinische Betreuung auf dem Altar der Ökonomie geopfert. Der TÜV-Vorschlag zeigt, daß immer mehr von unseren Politikern die Medizin als reiner Reparaturbetrieb verstanden wird. „Doch Mediziner, die sich zu Reparateuren degradiert fühlen, werden keine guten Ärzte sein“, so Professor Eggert Beleites.

Die Vorstellungen der Ministerin sind aus Sicht der Thüringer Ärzteschaft nicht nachvollziehbar. In anderen Berufszweigen, bei Architekten oder Ingenieuren, ist bisher noch niemand auf die Idee gekommen, einen TÜV einzuführen. Dort wird allein den Kunden die Entscheidung über die Qualität der Berufsausübung gelassen.

„Die beste Qualitätssicherung für die ärztliche Berufsausübung ist nach wie vor eine gute Aus- und Weiterbildung sowie die intensive freiwillige Fortbildung, auf die wir als Ärztekammer setzen“, so Kammerpräsident Beleites.