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Ärzteblatt Thüringen

107. Ärztetag in Bremen

Redaktion: Dr. Ulrike Schramm-Häder
Datum: 05/25/2004
107. Ärztetag in Bremen (18.-21.05.2004) – Beim Thema Weiterbildung konnte sich Thüringen mit Erhalt des allgemeinen Internisten nicht durchsetzen
Enttäuschung bei den Thüringer Delegierten des Ärztetages in Bremen: Sie konnten sich beim Thema Weiterbildung mit dem Erhalt des allgemeinen Internisten nicht durchsetzen. Seit dem Rostocker Beschluß (2002) zur einheitlichen Hausarztqualifikation, der neben dem Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin für die hausärztliche Versorgung für die fachärztliche Betreuung ausschließlich den Internisten als Spezialisten vorsieht, hat sich immer wieder in einzelnen Ärztekammern Widerstand gegen diese Maßgabe geregt. So faßte auch die Kammerversammlung in Thüringen auf ihrer letzten Sitzung im Frühjahr 2004 einen gegen das Rostocker Modell gerichteten Tendenzbeschluß und votierte für die Beibehaltung des allgemeinen fachärztlichen Internisten als Generalisten gerade im Hinblick auf die stationäre Versorgung in kleineren Krankenhäusern sowie die Weiterbildung junger Ärztinnen und Ärzte.
Aufgabe der Thüringer Ärztetagsdelegierten war es nun, auch andere von dieser Sicht zu überzeugen.
Zumindest stand man nicht ganz allein und konnte Verbündete bei Vertretern anderer Kammern wie Niedersachsen, Hessen, Bayern und auch beim Vizepräsidenten der Bundesärztekammer, Dr. Andreas Crusius, zugleich Ärztekammerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, finden. Mit dem mehr als moderat formulierten Antrag, der den Rostocker Beschluß von 2002 weder gekippt noch massiv verändert, sondern lediglich erweitert hätte, das Gebiet „Innere Medizin und Allgemeinmedizin“ um einen zusätzlichen Qualifizierungsgang zum nicht hausärztlich tätigen Facharzt für die gesamte (= allgemeine) Innere Medizin zu ergänzen, machte man sich Hoffnung auf Erfolg. Doch dieser Antrag wurde neben einigen anderen zur Weiterbildungsordnung - die sich gleichfalls diesem Gesamtkomplex zuwendeten - durch einen Antrag auf Nichtbefassung abgeschmettert, so daß er nicht einmal Diskussionsgegenstand war. Ob mit diesem Beschluß nun bundesweit tatsächlich die Totenglocken für den allgemeinen Internisten läuten, bleibt abzuwarten: Zumindest stehen in einigen Bundesländern endgültige Entscheidungen zur Weiterbildungsordnung noch aus, und die Übernahme der Beschlüsse des Ärztetages ist nicht zwingend. Maßgeblich sind die Voten der Mitglieder der Kammerversammlung der jeweiligen Ärztekammern. Bei der nächsten Sitzung der Kammerversammlung im Herbst wird sich entscheiden, welchen Weg Thüringen in Sachen Weiterbildung gehen wird.