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Ärzteblatt Thüringen

Unzulässige Heilerfolgsversprechen

Ein Arzt, der im Internet als Vorsitzender eines Vereins mit der Veröffentlichung wirbt, Krebs sei heilbar, verstößt gegen seine Berufspflichten.

Auf der Internetseite eines eigens durch den beschuldigten Arzt gegründeten Vereins wurde mit Überschriften wie: „Durchbruch in der Krebsforschung – Ursächliche Krebsheilbehandlung - Krebs ist heilbar“ für eine so genannte „Selektive, biologische Krebstherapie“ mit Enzym- und Vitaminpräparaten geworben. Die Präparate werden von einer GmbH hergestellt, welche ihren Sitz in den Praxisräumen des Arztes hat und die der Arzt als faktischer Geschäftsführer und Mitgesellschafter führt.

Des weiteren wurde in dem Internetauftritt wahrheitswidrig behauptet, das „es in 20-jähriger Forschungsarbeit“ gelungen sei, die selektive biologische Krebstherapie so für Patienten zu entwickeln, dass sie fast gegen alle Krebsarten wirksam sei und sich mit dieser Methode auch tumorbedingte Schmerzen überall im Körper beseitigen ließen. Überdies wurde erklärt, dass nur mit der selektiven Tumortherapie eine Behandlungsart von Krebs aufgezeigt würde, die ursächlich wirke. Das Problem der Streuung würde nicht auftreten.

Durch die im Internet veröffentlichten Passagen hat der Beschuldigte nach dem Urteil des Gerichtes gegen § 11 Absatz 2 Satz 2 BO verstoßen. Danach ist es unzulässig, Heilerfolge, insbesondere bei nicht heilbaren Krankheiten, als gewiss zuzusichern.

Urteil des Berufsgerichtes für die Heilberufe bei dem Oberlandesgericht München vom 28.01.2004, Aktenzeichen: BG-Ä 31/03