Bundesweite Impfaktionswoche: Landesärztekammer Thüringen ruft zum Impfen auf – Impfschutz jetzt überprüfen und Grippesaison vorbeugen
(Jena) Vom 9. bis 15. November 2026 findet die erste bundesweite Impf-Aktionswoche des Bundesministeriums für Gesundheit statt. Diese soll helfen, den Impfgedanken zu stärken und den Impfschutz zu fördern, um den Einzelnen und die Bevölkerung noch besser vor Infektionskrankheiten zu schützen. Die Landesärztekammer Thüringen nimmt die bundesweite Impfwoche zum Anlass, alle Bürgerinnen und Bürger eindringlich dazu aufzurufen, ihren eigenen Impfschutz und den ihrer Kinder und ihrer Schutzbefohlenen regelmäßig zu überprüfen, Impflücken zu schließen und die aktuellen Impfangebote wahrzunehmen. Viele Impflücken entstehen unbemerkt und ungewollt durch versäumte Impfungen im Kindesalter oder fehlende Auffrischungen im Erwachsenenalter.
Impfungen als wirksamste Prävention nutzen
Ärztekammervizepräsident Professor Dr. Ulrich Wedding betont die fundamentale Bedeutung der Vorsorge: „Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen der modernen Medizin. In den Praxen wird auf Grundlage wissenschaftlich geprüfter Empfehlungen geimpft. Wer gut informiert ist, trifft die besten Entscheidungen für die eigene Gesundheit.“ Erwachsene sollten die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Auffrischungen nutzen. Für ältere oder immungeschwächte Menschen ist zudem eine ärztliche Beratung über weitere sinnvolle Impfungen – etwa gegen Gürtelrose, Lungenentzündung (Pneumokokken) oder RSV – ratsam. Auch für die Impfung von Kindern ist auf die Empfehlung der STIKO zu verweisen. „Impfen ist für alle Altersgruppen ein wirksamer Schutz gegen Erkrankungen“, so Professor Dr. Ulrich Wedding.
Rechtzeitig geschützt in die Grippesaison
Angesichts der unmittelbar bevorstehenden kalten Jahreszeit steht die Vorsorge vor Influenza-Infektionen besonders im Fokus. Professor Dr. Ulrich Wedding, Vizepräsident der Landesärztekammer Thüringen, rät: „Denken Sie unbedingt an die Schutzimpfung gegen Grippe. Wer sich jetzt impfen lässt, baut den Schutz vor einem schweren Verlauf oder einer Infektion noch rechtzeitig auf.“ Der ideale Zeitraum für die Impfung liegt etwa zwischen Oktober und Mitte Dezember, da der Körper etwa 10 bis 14 Tage für den vollständigen Schutzaufbau benötigt.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche, an die aktuellen Influenza-Stämme angepasste Impfung für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie für Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Zahlen zeigen positive Tendenz und weiteres Potenzial
Die Thüringer Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) belegen eine erfreuliche Entwicklung, zeigen aber auch klaren Nachholbedarf:
- Steigende Impfzahlen: Nach Jahren des Rückgangs ließen sich 2025 in den Thüringer Praxen 378.198 Menschen gegen Grippe impfen (Vorjahr: 361.234) – ein wichtiges Signal für wachsendes Vertrauen. (KV Thüringen)
- Impfquote ab 60 Jahren: Mit einer Quote von 41 Prozent liegt Thüringen über dem Bundesdurchschnitt von 34,5 Prozent.
- Regionale Unterschiede: Spitzenreiter bei den über 60-Jährigen sind die Stadtkreise Jena und Weimar (jeweils 50 Prozent) sowie das Altenburger Land (49 Prozent). Das Schlusslicht bildet der Landkreis Hildburghausen mit 28 Prozent.
Schutz vor schweren Komplikationen und Folgeerkrankungen
Eine Grippeschutzimpfung leistet weit mehr als den reinen Infektionsschutz. Sie verhindert gefährliche Komplikationen wie bakterielle Lungenentzündungen oder eine Sepsis (Blutvergiftung), die im schlimmsten Fall tödlich enden können. Zudem belegen medizinische Erkenntnisse, dass die Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken auch das Risiko für nicht-infektiöse Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und möglicherweise Demenz senken können.
Die Landesärztekammer Thüringen empfiehlt allen Bürgerinnen und Bürgern, sich bei Fragen oder Bedenken vertrauensvoll an ihre Ärztin oder ihren Arzt zu wenden, um eine fundierte Beratung zu Vorteilen und potenziellen Nebenwirkungen des Impfens zu erhalten.