Hämotherapie

Die Bundesärztekammer und die Landesärztekammern erreichen immer wieder Anfragen zum Qualitätsbeauftragten Hämotherapie (QBH). Dabei wird u. a. die haftungsrechtliche Absicherung thematisiert. Inhaltlich handelt es sich um:

1) Abgrenzung der Aufgaben des QBH von denen des Transfusionsverantwortlichen;  
2) Besonderheiten bei der Heranziehung von externem Sachverstand für die Aufgabenwahrnehmung als QBH;  
3) Status des QBH innerhalb des Qualitätsmanagements einer Einrichtung und  
4) haftungsrechtliche Aspekte der Tätigkeit als QBH.

Einrichtungen der Krankenversorgung, die Blutprodukte anwenden, haben ein System der Qualitätssicherung für die Anwendung von Blutprodukten nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft einzurichten (§ 15 Abs. 1 Satz 1 TFG). Die Bundesärztekammer stellt auf der Grundlage von §§ 12a und 18 TFG im Einvernehmen mit der zuständigen Bundesoberbehörde und nach Anhörung von Sachverständigen in Richtlinien den allgemeinen Stand der medizinischen Wissenschaft und Technik fest. Dabei nimmt die Qualitätssicherung der Anwendung von Blutprodukten in Einrichtungen der Krankenversorgung und ihre Überwachung einen besonderen Stellenwert ein. Die genannten Regelungen im Transfusionsgesetz und in den Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie - Richtlinien) verpflichten unmittelbar die Einrichtungen der Krankenversorgung zu bestimmten Verhaltensweisen. Dazu gehört die Benennung eines Qualitätsbeauftragten Hämotherapie (im Folgenden QBH), der die ihm zugewiesenen Aufgaben im Auftrag der Einrichtung oder seines Arbeitgebers erfüllt. Hierzu bedarf es klarer vertraglicher Absprachen und Kompetenzzuweisungen.

Der QBH wurde auf der Grundlage von § 15 Abs. 1 Satz 1 i. V. m. § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und 3 TFG mit den Hämotherapie - Richtlinien eingeführt. Voraussetzung für die Tätigkeit als QBH ist die Approbation als Arzt und eine mindestens dreijährige ärztliche Tätigkeit. Weitere Anforderungen sind im Abschnitt 1.6.3 der Hämotherapie - Richtlinien festgelegt.

In dem entsprechenden Anhang der Hämotherapie - Richtlinien sind die Aufgaben des Qualitätsbeauftragten dezidiert gelistet.

Der Träger der Einrichtung hat im Benehmen mit der zuständigen Landesärztekammer einen QBH zu benennen (vgl. Abschnitt 1.6.2 Hämotherapie - Richtlinien). Die Regelungen erlauben auch die Benennung einer externen Person zum QBH, z. B. wenn der zeitliche Umfang der Tätigkeit des QBH so begrenzt ist, dass eine Vollzeittätigkeit nicht angemessen ist. Für die Benennung eines externen QBH ist es ebenfalls erforderlich, das Benehmen mit der Landesärztekammer herzustellen.

Rechtsvorschriften